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Abenteuer Sport

mit Stefan Nestler

Im (Everest-) Westen nichts Neues

Route über Westgrat und Hornbein-Couloir

Wenn Berge Muskelkater bekommen könnten, würde sich der Mount Everest vor Schmerzen krümmen. Er wird nämlich sehr einseitig beansprucht auf seinen beiden Seiten. 19 Routen wurden seit der Erstbesteigung im Jahr 1953 auf den 8850 Meter hohen Gipfel eröffnet, doch Hunderte von Bergsteigern nutzen Jahr für Jahr fast ausschließlich nur zwei: die beiden Normalwege (auf der tibetischen Everest-Seite über den Nordost-, auf der nepalesischen über den Südostgrat). In diesem Frühjahr sah es aus, als erhielte eine andere meist verwaiste Kante des Bergs endlich wieder Besuch: der Westgrat. Doch die Chancen dafür schwinden.

Datum

16. Mai 2012 | 17:59

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Bereit für den höchsten aller Gipfel

Richie in Lager 3

Es ist angerichtet. „Die Großwetterprognose für den Everest sagt zwischen dem 17. bis 21. Mai die schon fast traditionell windstille Phase voraus. Mögen die Wetterfrösche dieser Welt recht behalten!“, schreibt Richard Stihler. Mein alter Kumpel vom Manaslu hat seine Akklimatisierungsphase abgeschlossen. Zusammen mit dem Sherpa Pasang ist Richie bis zu Lager 3 auf gut 7000 Metern aufgestiegen: „Beide sind wir schwer beladen, wir haben das gesamte Material, das für einen späteren Gipfelgang erforderlich ist, in unseren Rucksäcken. Bereits nach den ersten senkrechten Eispassagen wird mir klar, dass die natürliche Auslese genau jetzt begonnen hat. Das Gelände ist so steil, dass man sich eher anseilen sollte, um auszutreten.“

Datum

14. Mai 2012 | 17:34

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Vollgas mit Handbremse

Ueli am Everest

Alle werden älter. Auch Extrembergsteiger. „Ich spüre, dass ich mich verändere“, schreibt Ueli Steck. „Die wildeste Phase in meinem Leben – so glaube ich zumindest – habe ich hinter mir.“ Der Topkletterer aus der Schweiz gehört zu den 337 Bergsteigern aus aller Welt, denen die nepalesische Regierung die Genehmigung erteilt hat, in diesem Frühjahr den Mount Everest von der Südseite aus zu besteigen. Ursprünglich wollte der 35-Jährige (den ich euch hier im Blog im Februar vorgestellt hatte) den 8850 Meter hohen Gipfel ohne Flaschensauerstoff über den selten begangenen Westgrat erreichen.

Datum

14. Mai 2012 | 13:52

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Russells offene Worte

Gefährlicher Khumbu-Eisbruch

Eingepackt und weg! Der Neuseeländer Russell Brice, der wohl erfahrenste Veranstalter von Expeditionen zum Mount Everest, hat seine Zelte am höchsten Berg der Erde abgebrochen. „Die Gefahr liegt deutlich über dem, was ich verantworten kann“, sagt der 59 Jahre alte Chef des Veranstalters Himalayan Experience, der seit 1974 Expeditionen in den Himalaya führt. Schon zu Beginn der Saison hätten die Sherpas erklärt, dass es im Basislager zu warm sei. „Sie arbeiteten in T-Shirts.“ Inzwischen hätten sich dort kleine Seen gebildet.

Datum

10. Mai 2012 | 17:25

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Blindflug

Richie "überleitert" eine Gletscherspalte

Dicke Luft in dünner. „Inzwischen ist die Stimmung bei den kommerziellen Anbietern und deren Sherpas im Basislager aufgrund der gefährlichen Gesamtsituation am Berg gereizt“, schreibt Richard Stihler vom Fuße des Mount Everest. „Heute hat ein großer Anbieter bereits aufgegeben, er wird seine Lager in diesen Tagen ohne Gipfelversuch abschlagen.“ Mein alter Kumpel vom Manaslu will in diesem Mai den höchsten Berg der Erde besteigen, seinen vierten Achttausender. Richie berichtet, die Route durch die Lhotse-Flanke habe in mehrtägiger Arbeit verlegt werden müssen, nachdem mehrere Bergsteiger in der ursprünglichen Spur durch Steinschlag verletzt worden seien.

Datum

8. Mai 2012 | 18:56

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Cory allein im (Kranken-) Haus

Cory Richards (r.) - mit Simone Moro

Cory Richards versteht die Welt nicht mehr. Der kanadische Bergsteiger war am vergangenen Wochenende in einer spektakulären Rettungsaktion (hier geht’s zum Video) vom Mount Everest gebracht und nach Kathmandu geflogen worden. Richards hatte am Berg über Brustschmerzen und Atembeschwerden geklagt. Der Verdacht: ein lebensbedrohliches Höhenlungenödem. In Kathmandu erholte sich der 30-Jährige nach eigenen Angaben schnell. Seine Expeditionskollegen aber entschieden, dass Richards nicht zurückkehren solle. „Das ist sehr hart für mich“, sagt der Kanadier.

Datum

3. Mai 2012 | 17:34

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Russisch Roulette

Gerlinde und Ralf (r.) in der Lhotse-Flanke, der Everest (l.) mit Windfahne

Nicht überall wirken die Berge (wie bei mir am vergangenen Wochenende) als Medizin. Ralf Dujmovits muss sein Projekt Nuptse-Ostgrat erst einmal hintenan stellen. „Es fehlt mir einfach Energie und Schubkraft“, schreibt der 50-Jährige. Eine Ärztin im Basislager diagnostizierte eine Nasennebenhöhlen-Entzündung und verordnete Ralf Antibiotika und sieben Tage Pause. „Also werde ich mich erst mal auskurieren und habe Gerlinde und David gebeten, bei nächstbester Gelegenheit alleine zum Nuptse aufzubrechen. Momentan würde ich eine echte Gefahr für die beiden und auch für mich selbst bedeuten.“

Datum

2. Mai 2012 | 15:21

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Straßenlaterne im Basislager

Basislager zu Füßen des Mount Everest

Gut, wenn man alte Bekannte vor Ort hat. Richard Stihler, mit dem ich 2007 am Manaslu unterwegs war, versucht sich in diesem Frühjahr – wie berichtet – am Mount Everest. Heute wie damals trägt der Architekt aus Lahr in Baden das Herz auf der Zunge und wirft einen ungeschminkten Blick auf das Geschehen vor Ort. Das Basislager zu Füßen des höchsten Bergs der Erde war für Richie fast ein Kulturschock: „Vor mir liegt eine riesige Zeltstadt inmitten einer Gerölllandschaft mit geschätzt 1500(!) Zelten. Um vom ersten bis zum letzten Lager zu kommen, benötigt man fast eine Stunde“, schreibt der 43-Jährige.

Datum

26. April 2012 | 12:55

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Spirituosen verboten

Basislager für Everest, Lhotse und Nuptse

Keine Trunkenheit am Fixseil! Im Basislager auf der nepalesischen Seite des Mount Everest darf kein hochprozentiger Alkohol mehr verkauft und auch nicht getrunken werden. Das berichten Gerlinde Kaltenbrunner und Ralf Dujmovits, die inzwischen im Basislager auf 5300 Metern Höhe eingetroffen sind. „Die für Umweltschutz-Belange zuständige Behörde SPCC (Sagarmatha Pollution Control Committee) hat neue Regeln aufgestellt, – was uns gut gefällt“, schreiben die beiden.

Datum

21. April 2012 | 19:54

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Erster Todesfall am Everest

Früh trägt der Mount Everest Trauer. Kaum sind die ersten Bergsteiger auf der nepalesischen Seite des höchsten Bergs der Erde erstmals durch den Khumbu-Eisbruch hinauf nach Lager 1 auf gut 6000 Metern aufgestiegen, gibt es den ersten Toten zu beklagen. Allerdings nicht oben im Western Kwm, dem „Tal des Schweigens“, sondern im Basislager auf 5300 Metern. Karsang Namgyal Sherpa starb allem Anschein nach an den Folgen der Höhenkrankheit.

Datum

19. April 2012 | 16:58

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