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	<title>Abenteuer Sport &#187; Gelesen</title>
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	<description>Blog über Expeditionen und Grenzerfahrungen</description>
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		<title>Gelesen: Everest 1953</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Apr 2013 07:56:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wäre ich ein Lehrer und behandelte im Unterricht die Erstbesteigung des Mount Everest 1953, würde ich dieses Buch zur Pflichtlektüre machen. Viel mehr als der Gipfelerfolg an sich und die Tatsache, dass die Meldung darüber rechtzeitig zur Krönungsfeier von Queen Elizabeth II. in London eintraf, ist im allgemeinen Bewusstsein kaum hängen geblieben. Das dürfte sich nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blogs.dw.de/abenteuersport/files/Buchtipp-Everest-1953.jpg" rel="lightbox[21249]"><img class="alignleft size-medium wp-image-21251" src="http://blogs.dw.de/abenteuersport/files/Buchtipp-Everest-1953-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Wäre ich ein Lehrer und behandelte im Unterricht die Erstbesteigung des Mount Everest 1953, würde ich <a href="http://www.piper.de/buecher/everest-1953-isbn-978-3-492-40457-0" target="_blank">dieses Buch</a> zur Pflichtlektüre machen. Viel mehr als der Gipfelerfolg an sich und die Tatsache, dass die Meldung darüber rechtzeitig zur Krönungsfeier von Queen Elizabeth II. in London eintraf, ist im allgemeinen Bewusstsein kaum hängen geblieben. Das dürfte sich nach der Lektüre von „Everest 1953“ ändern. Der Schriftsteller, Filmemacher und Bergsteiger <a href="http://mickconefrey.co.uk/" target="_blank">Mick Conefrey</a> hat in bester britischer Reportermanier alle Fakten der Expedition zusammengetragen, die letztlich am 29. Mai 1953 zur Erstbesteigung durch den Neuseeländer Edmund Hillary und den Sherpa Tenzing Norgay führte. <span id="more-21249"></span></p>
<p><strong>Nicht gentlemanlike</strong></p>
<p>Conefrey schildert detailreich die Begleitumstände der Expedition, die alles andere als geradlinig verlief: Fast wären den Briten die Schweizer 1952 zuvorgekommen. Dann wurde der ursprünglich als Expeditionsleiter vorgesehene große Entdecker Eric Shipton auf eine Weise ausgebootet, die nicht gerade gentlemanlike war. Der neue Mann an der Spitze, der Offizier John Hunt, erwies sich letztlich jedoch als Glücksfall. Es gelang ihm, allen Spannungen und Widrigkeiten zum Trotz eine schlagkräftige Mannschaft an und auf den Everest zu bringen.</p>
<p><strong>Politischer Spielball</strong></p>
<p>Doch auch nach dem Gipfelerfolg wurde nicht nur gefeiert, sondern auch gestritten. Plötzlich wurde Tenzing Norgay zum Spielball politischer Interessen. Nepal und Indien wollten den Sherpa für sich vereinnahmen und den Briten die Erstbesteigung abspenstig machen. Sie lancierten die Behauptung, Tenzing sei vor Hillary am Gipfel angekommen. Auch wenn dies nicht der Wahrheit entsprach, knisterte es gewaltig innerhalb des Expeditionsteams.</p>
<p><strong>Gefährliches Katapult</strong>  </p>
<p>Conefrey hat die Geschichte der Expedition 1953 sauber recherchiert und spannend erzählt. Dabei hat er einige Details zu Tage gefördert, die selbst Everest-Fans verblüffen dürften. Schmunzeln musste ich über die skurrilen Vorschläge, die Tüftler und Erfinder vor dem Beginn der Expedition machten. Einer wollte eine Gummischlauchleitung vom Südsattel bis zum Gipfel verlegen, um die Bergsteiger mit Sauerstoff zu versorgen. Ein anderer regte an, mit einem Katapult ein Seil mit Enterhaken über Gletscherspalten hinweg zu schießen. Bei einem Test in London verhinderte nur ein Baum, dass sich der Haken in ein vorbeifahrendes Taxi bohrte. Das Katapult blieb zu Hause.</p>
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		<title>Gelesen: Die Radsport-Mafia</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Nov 2012 16:56:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eigentlich wollte ich dieses Buch nicht lesen. Denn ich bin immer noch sauer auf die Herren Ullrich, Armstrong, Landis, Hamilton und wie sie alle heißen. Jahrelang habe ich, ein Freund des Radsports im Allgemeinen und der Tour de France im Besonderen, über die „Große Schleife“ berichtet – im guten Glauben, es gebe einige schwarze Schafe, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blogs.dw.de/abenteuersport/files/Radsport-Mafia.jpg" rel="lightbox[18245]"><img class="alignleft size-medium wp-image-18249" src="http://blogs.dw.de/abenteuersport/files/Radsport-Mafia-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Eigentlich wollte ich <a href="http://www.piper-verlag.de/malik/buch.php?id=30067&amp;page=suche&amp;auswahl=a&amp;pagenum=1&amp;page=buchaz&amp;PHPSESSID=2ae3e67c74f4af3f6fffe18815bbeed2" target="_blank">dieses Buch</a> nicht lesen. Denn ich bin immer noch sauer auf die Herren Ullrich, Armstrong, Landis, Hamilton und wie sie alle heißen. Jahrelang habe ich, ein Freund des Radsports im Allgemeinen und der Tour de France im Besonderen, über die „Große Schleife“ berichtet – im guten Glauben, es gebe einige schwarze Schafe, aber doch nicht eine ganze Dopingherde. Wie sich herausstellte, hatten Fahrer und Offizielle des Teams Telekom und später der T-Mobile-Mannschaft mir, ohne mit der Wimper zu zucken, ins Gesicht und Mikrofon gelogen. Das geht mir bis heute nach. War ich zu naiv? Bestimmt. Immer wieder habe ich mich aber auch gefragt, wie diese Leute abends noch in den Spiegel schauen konnten.<span id="more-18245"></span> </p>
<p>Nun also lag dieses Buch von Tyler Hamilton (geschrieben mit Unterstützung des Sportjournalisten Daniel Coyle) vor mir. Der US-Amerikaner, der 2004 Olympia-Gold im Zeitfahren gewann, wurde im selben Jahr zweimal des Dopings mit Fremdblut überführt. Hamilton war einer der Kronzeugen im Dopingverfahren gegen Lance Armstrong, dem inzwischen alle sieben Tour-Erfolge aberkannt worden sind. Sollte ich wirklich mit der Lektüre dieses Buchs wieder in den tiefen Sumpf eintauchen, der mir die Freude am Radsport so vergällt hat? Widerwillig begann ich zu lesen – und hörte nicht mehr auf. </p>
<p><strong>Von wegen Wasser und Brot</strong> </p>
<p>Hamilton beschreibt eindringlich, wie er als Jungprofi realisiert, dass die Stars der Szene allesamt mit EPO und anderem nachhelfen. Wer „paniagua“, sprich nur mit Brot und Wasser fährt, hat kaum eine Chance auf eine vordere Platzierung: „Ich sah die Kluft zwischen dem, der ich war und dem, der ich sein konnte. Der ich sein sollte. Es war ungerecht. Es war unfair und gemein. In diesem Augenblick sah ich meine Zukunft klar vor mir. Wenn sich nichts änderte, war ich raus.“ Auch Hamilton beginnt zu dopen. Testosteron, EPO, später dann Bluttransfusionen. Zunächst versorgen noch die Teams ihre Fahrer mit den unerlaubten Mitteln. Später dann, nach den ersten großen Skandalen, müssen die Profis selbst für Nachschub sorgen. </p>
<p>Hamilton belügt die eigenen Eltern und erschrickt darüber, wie leicht ihm das fällt. Wie selbstverständlich steigt er Schritt für Schritt die Dopingleiter hinauf, bis er herunterfällt. Erst kostet ihn eine Transfusion aus einem offenkundig unreinen Blutbeutel fast das Leben. Dann wird er als Dopingsünder enttarnt. „Da hat man nun seine ganze Laufbahn mit dieser elitären Bruderschaft verbracht, in dieser Familie, und das Spiel mit allen gemeinsam gespielt – und plötzlich wird man in eine Welt aus Scheiße gespült.“</p>
<p><strong>Schlussdemontage </strong></p>
<p>Und Lance Armstrong? Er hat laut Hamilton in großem Stile gedopt, andere dazu animiert, mit Funktionären herumgekungelt und sich als Teamkapitän und auch sonst fast wie ein Diktator aufgeführt. Der Ex-Teamkollege demontiert auch noch die letzten Reste eines gestürzten Denkmals. Auf meine Frage nach dem Blick in den Spiegel hat Hamilton auch eine Antwort parat: Selbst Lügendetektor-Tests hätten die Sünder nicht überführt „und zwar nicht, weil wir uns etwas vormachten – wir wussten, wir brachen die Regeln –,  sondern weil wir das nicht für Betrug hielten. Es schien uns nur fair, die Regeln zu brechen, weil wir wussten, alle anderen taten es auch.“ Das deckt sich mit meiner Beobachtung vom 26. Februar 2007, als Jan Ullrich sein Karriere-Ende verkündete. Er sagte damals nicht ein einziges Mal „Ich habe nicht gedopt“, aber mehrfach „Ich habe nicht betrogen“.</p>
<p>P.S. Zur Versöhnung mit dem Radsport biete ich euch hier einen Eindruck meiner Auffahrt hinauf nach Alpe d’ Huez im Jahr 2003 – bei laufendem Mikro, garantiert paniagua, inklusive Krampf (ca. bei 14:20 Min.):</p>
<p><a href="http://blogs.dw.de/abenteuersport/files/Stefans-Auffahrt-nach-Alpe-dHuez-2003.mp3">Stefans Auffahrt nach Alpe d&#8217;Huez 2003</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Gelesen: 2 x 14 Achttausender</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Sep 2012 20:17:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich lege euch dieses Buch von Gerlinde Kaltenbrunner und Ralf Dujmovits ans Herz, obwohl ich es streng genommen nicht dürfte. Mir fehlt nämlich die journalistische Distanz, ich bin eindeutig befangen. Seit vielen Jahren kenne und schätze ich Gerlinde und Ralf sehr. Nicht nur als Bergsteiger, sondern auch als Menschen.    Genauso war es  2005 öffneten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blogs.dw.de/abenteuersport/files/Cover-2x14-Achttausender.jpg" rel="lightbox[17125]"><img class="alignleft size-medium wp-image-17153" src="http://blogs.dw.de/abenteuersport/files/Cover-2x14-Achttausender-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Ich lege euch dieses Buch von Gerlinde Kaltenbrunner und Ralf Dujmovits ans Herz, obwohl ich es streng genommen nicht dürfte. Mir fehlt nämlich die journalistische Distanz, ich bin eindeutig befangen. Seit vielen Jahren kenne und schätze ich Gerlinde und Ralf sehr. Nicht nur als Bergsteiger, sondern auch als Menschen. <span id="more-17125"></span></p>
<p><strong></strong> </p>
<p><strong>Genauso war es</strong> </p>
<p>2005 öffneten mir die beiden das Tor zum Expeditionsbergsteigen, als sie mich als Reporter zu ihrer <a href="http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/" target="_blank">Expedition zur Mount-Everest-Nordwand</a> in Tibet mitnahmen. Für ihr Vertrauen, ihre Offenheit und Hilfsbereitschaft bin ich ihnen bis heute dankbar. 2007 war ich erneut mit Ralf im Himalaya unterwegs, diesmal <a href="http://blogs.dw.de/manaslu" target="_blank">am Achttausender Manaslu</a>. Ich war dabei, als die beiden am Everest um das Leben unseres japanischen Freundes Hirotaka Takeuchi kämpften und erlebte auch den Tag mit, als sich Ralf im Manaslu-Basislager große Sorgen um Gerlinde machte, weil sie sich nicht vom Dhaulagiri meldete. Nach endlos erscheinenden Stunden erfuhr Ralf, dass Gerlinde nur mit viel Glück eine Lawine überlebt hatte. Das waren nicht nur Randepisoden im Leben der beiden, sondern einschneidende Erlebnisse. Ralf beschreibt sie, wie es auch sonst seine Art ist: offen, ehrlich, ungeschminkt. Zu diesen beiden Expeditionen kann ich aus erster Hand sagen: Ja, genauso war es. </p>
<p><strong>Einblick in Gefühle</strong> </p>
<p>Das <a href="http://bruckmann.de/titel-6093-2_x_14_achttausender_0.html" target="_blank">Buch „2 x 14 Achttausender“</a> zeichnet die Karriere zweier außergewöhnlicher Bergsteiger nach. Hier Ralf, der erste Deutsche, der die 14 höchsten Berge der Welt bestieg, und zu den erfahrensten Höhenbergsteigern weltweit gehört. Dort Gerlinde, die Österreicherin, die als erste Frau alle Achttausender-Gipfel erreichte, ohne dabei auf Flaschen-Sauerstoff zurückzugreifen. Und dann sind die beiden auch noch ein Liebes- und Ehepaar. Auch über die Beziehung der beiden Extremsportler verrät das Buch viel. Ralf macht aus seinen Gefühlen kein Geheimnis. Er beschreibt, wie er mit der Sorge um Gerlinde umgeht, welche Absprachen sie getroffen haben, um in Grenzsituationen nicht endlos diskutieren zu müssen, wie schwer es ihnen trotz allem fällt, wenn sie getrennt unterwegs sind. </p>
<p><strong>Großformatig, großartig</strong> </p>
<p>Ich habe das Buch an einem Abend regelrecht verschlungen. Nicht nur wegen der sehr persönlichen Texte, sondern auch wegen der großformatigen und großartigen Bilder von Gerlindes und Ralfs Expeditionen zu den Achttausendern. Auf Seite 82 findet ihr unten links übrigens auch einen Schnappschuss, den ich 2005 gemacht habe. Sagte ich, dass ich befangen bin? </p>
<p>P.S. Einen kleinen Wermutstropfen habe ich dann doch noch: Entgegen der Ankündigung auf dem Einband wird der überwiegende Teil der Geschichte aus der Ich-Perspektive Ralfs erzählt. Ein bisschen mehr Gerlinde im Original hätte nicht geschadet. Aber ein solches Buch gibt es ja schon: Gerlindes Autobiografie <a href="http://www.piper-verlag.de/ng/buch.php?id=17495&amp;page=suche&amp;auswahl=a&amp;pagenum=1&amp;page=buchaz&amp;PHPSESSID=8d395db19da860e8c9c565986590b30e" target="_blank">„Ganz bei mir“</a>.</p>
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		<title>Gelesen: Der Klang des freien Falls</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Jul 2012 09:47:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Klang des freien Falls]]></category>
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		<description><![CDATA[Wenn jemand das Buch seines Lebens bereits geschrieben hat, wird es schwer, neue nachzulegen. Immer werden die Folge-Werke am berühmtesten gemessen. Vor diesem Dilemma steht auch der britische Bergsteiger Joe Simpson. Sein Buch „Sturz ins Leere“ über seine unglaubliche, aber wahre Überlebensgeschichte am Sechstausender Siula Grande in den Anden gehört zu den Klassikern der Alpinliteratur. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blogs.dw.de/abenteuersport/files/Buch-Simpson.jpg" rel="lightbox[15813]"><img class="alignleft size-medium wp-image-15823" src="http://blogs.dw.de/abenteuersport/files/Buch-Simpson-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Wenn jemand das Buch seines Lebens bereits geschrieben hat, wird es schwer, neue nachzulegen. Immer werden die Folge-Werke am berühmtesten gemessen. Vor diesem Dilemma steht auch der britische Bergsteiger <a href="http://www.noordinaryjoe.co.uk/" target="_blank">Joe Simpson</a>. Sein Buch <a href="http://www.piper-verlag.de/taschenbuch/buch.php?id=19230&amp;page=suche&amp;auswahl=a&amp;pagenum=1&amp;page=buchaz&amp;PHPSESSID=8a95cf7815e430812fef84519b14e161" target="_blank">„Sturz ins Leere“</a> über seine unglaubliche, aber wahre Überlebensgeschichte am Sechstausender Siula Grande in den Anden gehört zu den Klassikern der Alpinliteratur. 1985 hatte sich Simpson beim Abstieg vom Gipfel im Unwetter das Knie zerschmettert. Sein Partner Simon Yates versuchte, Simpson abzuseilen. Doch an einem Eisüberhang blieb ihm nichts anderes übrig, als das Seil zu kappen. Andernfalls wäre er gemeinsam mit Simpson in eine Gletscherspalte gefallen. Doch wie durch ein Wunder konnte sich Simpson aus der Spalte retten und dann auch noch ins Basislager schleppen.<span id="more-15813"></span></p>
<p><strong>Trauma in der Wand</strong></p>
<p>Diese mehr als extreme Erfahrung dürfte Simpson auch zu seinem Roman <a href="http://www.piper-verlag.de/malik/buch.php?id=18043&amp;page=suche&amp;auswahl=a&amp;pagenum=1&amp;page=buchaz" target="_blank">„Der Klang des freien Falls“</a> inspiriert haben. Der englische Bergsteiger Patrick McCarty muss in einer Nordwand irgendwo in den Alpen miterleben, wie seine Lebensgefährtin nachts an ihm vorbei in den Tod stürzt. Nur kurz hat er sie mit einer Hand halten können, ehe sie in der Tiefe verschwindet. Als wäre dieses schreckliche Erlebnis nicht traumatisch genug, schlägt auch noch das Wetter um. Patrick kämpft sich nach oben aus der Wand. Mit erfrorenen Fingern erreicht er den Gletscher. In einer Spalte findet er die zerschmetterte Leiche der Frau.</p>
<p><strong>Und wieder ein Wettersturz</strong></p>
<p>25 Jahre später: Patrick betreibt in Sichtweite der Nordwand eine kleine Hütte, um mit seinem Lebenstrauma klar zu kommen. Noch immer gibt er sich die Schuld am Tod seiner großen Liebe. Dann tritt plötzlich eine neue Frau in sein Leben. Eine Bergsteigerin, die Patrick vor dem Tod durch Erfrieren bewahrt. Und wie vor einem Vierteljahrhundert schlägt auch diesmal das Wetter um. Ein weiterer Überlebenskampf beginnt.</p>
<p><strong>Spannungsbogen hält</strong></p>
<p>Joe Simpson versteht es meisterhaft, Spannung aufzubauen und aufrechtzuerhalten. Irgendwie schafft es der Brite immer wieder, einen je nach Situation mitfiebern oder mitzittern zu lassen. Und es fällt schwer, das Buch wieder aus der Hand zu legen. „Der Klang des freien Falls“ eignet sich wunderbar als Lektüre für einen verregneten Tag in den Bergen und nicht nur dort. Wer Simpsons Klassiker „Sturz ins Leere“ kennt, steht jedoch vor der schweren Aufgabe, sich davon frei zu machen und sich unbefangen auf diese neue spannende Geschichte einzulassen.</p>
<p>P.S. Nein, ich habe den heutigen 100. Geburtstag von Heinrich Harrer (gestorben 2006) nicht vergessen. Aber über ihn hatte ich ja erst <a href="http://blogs.dw.de/abenteuersport/2012/06/18/herr-h-h-ein-cia-agent/" target="_blank">kürzlich an dieser Stelle</a> geschrieben.</p>
<div>P.S. Heute endet die Abstimmung zum <a href="http://www.onlinestar.de/onlinestar-home.html" target="_blank">&#8220;Online-Star 2012&#8243;</a>. Also wer noch nicht hat und will, sollte jetzt noch für meinen Blog stimmen (Kategorie &#8217;Private blogs&#8217;). Vielen Dank allen, die mitgemacht haben!</div>
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		<title>Gelesen: Kein Pfad führt zurück</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 14:21:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Shelter 108]]></category>
		<category><![CDATA[Tibet]]></category>

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		<description><![CDATA[Abenteuer in den Bergen müssen nicht zwangsläufig sportlicher Natur, sondern können auch unfreiwilliger Art sein. Etwa wenn Tibeter ihre Kinder auf die Flucht aus dem von China besetzten Land schicken, um ihnen ein Leben in Freiheit zu ermöglichen. Maria Blumencron wollte im Jahr 2000 einen Dokumentarfilm über tibetische Flüchtlingskinder drehen. Durch den Nebel unterhalb des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blogs.dw.de/abenteuersport/files/Kein-Pfad-fuehrt-zurueck.jpg" rel="lightbox[12965]"><img class="alignleft size-medium wp-image-12967" src="http://blogs.dw.de/abenteuersport/files/Kein-Pfad-fuehrt-zurueck-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Abenteuer in den Bergen müssen nicht zwangsläufig sportlicher Natur, sondern können auch unfreiwilliger Art sein. Etwa wenn Tibeter ihre Kinder auf die Flucht aus dem von China besetzten Land schicken, um ihnen ein Leben in Freiheit zu ermöglichen. <a href="http://web.mac.com/mariavonblumencron/Maria_von_Blumencron/mariavonblumencron.html" target="_blank">Maria Blumencron</a> wollte im Jahr 2000 einen Dokumentarfilm über tibetische Flüchtlingskinder drehen. Durch den Nebel unterhalb des gut 5700 Meter hohen Nangpa La, eines Passes zu Füßen des Achttausenders Cho Oyu, stolperte ihr eine Gruppe erschöpfter Tibeter entgegen, darunter sechs Kinder. Ein Augenblick, der &#8211; so Blumencron -  ihr Leben verändert habe.<span id="more-12965"></span></p>
<p><strong>&#8220;The Six&#8221; halten zusammen</strong></p>
<p>Die Autorin begleitete die damals zwischen sechs und zehn Jahre alten Kinder nicht nur bis ans Ende ihrer Reise nach Indien, sondern übernahm auch die Patenschaft für sie. Immer wieder reiste Maria nach Dharamsala, dem Exil-Sitz des Dalai Lama und vieler tausend Tibeter, um für &#8220;The Six&#8221; da zu sein. So werden die sechs Kinder wegen ihres großen Zusammenhalts bis heute genannt. Außerdem gründete Blumencron mit anderen Gleichgesinnten die Organisation <a href="http://web.mac.com/shelter108/Shelter108_e.V./Vorstellung.html" target="_blank">Shelter 108</a>, die sich um hilfsbedürftige Kinder und heimatlose Menschen weltweit kümmert. </p>
<p><strong>Chime erzählt ihre Geschichte</strong></p>
<p>Inzwischen sind die Kinder vom Nangpa La erwachsen geworden und können für sich selbst sprechen. In <a href="http://www.randomhouse.de/book/No-Way-Back-Chime-a-girl-from-Tibet-tells-her-story/Maria-Blumencron/e378645.rhd?pub=32000" target="_blank">&#8220;Kein Pfad zurück&#8221;</a> erzählt die heute 20 Jahre alte Chime Yangzom, wie sie ihre Flucht im Jahr 2000 erlebt hat. Wir erfahren aber auch, zu welchen Menschen sich &#8220;The Six&#8221; entwickelt haben, lernen ihre Träume, Sorgen und Nöte kennen.</p>
<p>Maria Blumencron hat neben ihren sechs tibetischen Patenkindern auch noch einen leiblichen Sohn. Sie schildert auf äußerst sympathische Art, oft auch mit einem Augenzwinkern, dass es nicht immer ein Zuckerschlecken ist, allen Wünschen und Begehrlichkeiten ihrer Großfamilie gerecht zu werden. Da knistert und reibt es an einigen Ecken und Enden. Und doch spürt der Leser, welch tiefe Liebe Maria und ihre Kinder verbindet.</p>
<p><strong>Ohne moralischen Zeigefinger</strong></p>
<p>Dieses Mutter-Tochter-Buch kann ich euch nur wärmstens ans Herz legen. Ihr lernt nicht nur viel über das Schicksal Tibets, sondern auch über die neue Generation der Exiltibeter, die einen Großteil ihres Lebens in der Fremde verbracht haben. Keine Bange, der moralische Zeigefinger wird nicht erhoben. Chime und Maria beschreiben einfach, wie es war und ist. Eindringlich, ehrlich, mit Gefühl und Humor.</p>
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		<title>Gelesen: Expeditionen</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Nov 2011 10:10:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Expeditionen]]></category>
		<category><![CDATA[Glowacz]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit diesem Schinken kannst du auch Einbrecher in die Flucht schlagen. Gut zwei Kilogramm bringt der Bildband „Expeditionen. Extremklettern am Ende der Welt“ von Stefan Glowacz auf die Waage. Aber nicht nur deswegen lege ich euch dieses Schwergewicht ans Herz. Mir hat dieses Buch einfach Spaß gemacht. Dabei war ich eher skeptisch, als ich es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blogs.dw.de/abenteuersport/files/Buch-GlowaczI.jpg" rel="lightbox[12037]"><img class="alignleft size-medium wp-image-12039" src="http://blogs.dw.de/abenteuersport/files/Buch-GlowaczI-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Mit diesem Schinken kannst du auch Einbrecher in die Flucht schlagen. Gut zwei Kilogramm bringt der Bildband <a href="http://www.delius-klasing.de/buecher/sport-fussball/Stefan+Glowacz+Expeditionen.41868.html">„Expeditionen. Extremklettern am Ende der Welt“</a> von Stefan Glowacz auf die Waage. Aber nicht nur deswegen lege ich euch dieses Schwergewicht ans Herz. Mir hat dieses Buch einfach Spaß gemacht. Dabei war ich eher skeptisch, als ich es erstmals in Händen hielt. Normalerweise blättere ich Bildbände, die meist nicht gerade preiswert sind, durch und denke mir: Ganz nett, aber sehe ich mir die Bilder wirklich später noch einmal an? Bei diesem Buch erging es mir anders.<span id="more-12037"></span></p>
<p><strong>Ausgehungerte Abenteurer</strong></p>
<p>Schon die erste Reportage über eine Expedition 1995 zum Mount Harrison Smith zog mich in ihren Bann. Eindrucksvoll belegen die Bilder, dass sich Stefan Glowacz und seine Mitstreiter wirklich gequält haben, um zu dem Berg und wieder zurück zu gelangen. Sie hatten, um Gewicht zu sparen, die Lebensmittel so sehr reduziert, dass sie für die letzten vier Tage gerade noch vier kleine Stückchen Schokolade pro Nase übrig hatten. Die ausgemergelten Gesichter der hungrigen Abenteurer, die am Zielort auf ihre Beute im Tante-Emma-Laden starren, sprechen Bände.</p>
<p><strong>Schön und ehrlich</strong></p>
<p>Baffin Island, Grönland, Venezuela, Patagonien, Kenia, Nepal, die Antarktis &#8211; egal, wohin es Glowacz verschlägt,  leicht macht es sich der Extremkletterer nicht. „Für mich ist der Weg zu den Wänden genauso wichtig wie die Kletterei selbst“, schreibt er an einer Stelle. So gibt es eben nicht nur beeindruckende Bilder aus schwindelerregenden senkrechten oder überhängenden Wänden. Die Topfotografen Klaus Fengler, Gerhard Heidorn und Thomas Ulrich haben immer auch die Strapazen und den Alltag während der Expeditionen auf faszinierende Weise eingefangen. Das macht das Buch nicht nur zu einem schönen (großes Lob für Stefan Glowacz’ Ehefrau Tanja für die kreative Gestaltung), sondern auch einem sehr ehrlichen. Der Bildband ist &#8211; auch wenn er dazu taugt -  wirklich zu schade, um damit Einbrecher in die Flucht zu schlagen.</p>
<p>P.S. „So kläglich bin ich noch nie gescheitert“, schreibt Glowacz über seine Expedition 2011 zum Siebentausender Gauri Shankar in Nepal. Über das Scheitern habe ich mit Stefan am vergangenen Wochenende in Köln gesprochen. In den nächsten Tagen könnt ihr es hier im Blog nachlesen und hören.</p>
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		<title>Gelesen: Kein Weg zurück</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Jun 2011 14:28:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Bowley]]></category>
		<category><![CDATA[K 2]]></category>

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		<description><![CDATA[„Das stärkste Buch über ein Bergunglück seit Jon Krakauers ‹In eisige Höhen›“? Mit dieser Formulierung aus einer Rezension, mit der auf dem Einband von Graham Bowleys „Kein Weg zurück“ geworben wird, tue ich mich schwer. Kann ein Buch über eine Tragödie, die Menschenleben kostete, wirklich „stark“ sein? Es geht um das Drama am K 2, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Das stärkste Buch über ein Bergunglück seit Jon Krakauers ‹In eisige Höhen›“? Mit dieser Formulierung aus einer Rezension, mit der auf dem Einband von Graham Bowleys <a href="http://www.piper-verlag.de/malik/buch.php?id=17512&amp;page=buchthemen&amp;pagenum=1&amp;thema=68&amp;sort=autor&amp;auswahl=A" target="_blank">„Kein Weg zurück“</a> geworben wird, tue ich mich schwer. Kann ein Buch über eine Tragödie, die Menschenleben kostete, wirklich „stark“ sein? Es geht um das <a href="http://www.alpin.de/news/news/bce8b0fe-07d1-4c94-b2fb-a4679d3833ee" target="_blank">Drama am K 2</a>, bei dem im August 2008 in der Gipfelregion des zweithöchsten Bergs der Erde elf Bergsteiger ums Leben kamen.</p>
<p><img style="margin: 0px 0px 11px 0px" src="/abenteuersport/images/news/9757.1.jpg" alt="" align="center" /><br />
<strong><span id="more-9757"></span>Widersprüche sorgen für Spannung</strong></p>
<p>Bowley ist Reporter der <a href="http://www.nytimes.com/" target="_blank">New York Times</a> und musste seinerzeit einen Artikel über das Unglück schreiben, obwohl ihn Bergsteigen nicht die Bohne interessierte. Der Bericht schaffte es auf die Titelseite und löste eine Flut von Leserzuschriften aus. Bowleys Neugierde war geweckt. Er begann intensiver zu recherchieren. Der Reporter besuchte die Überlebenden, um zu rekonstruieren, was zu dem Unglück führte. Er stieß auf widersprüchliche Aussagen und Sichtweisen.<br />
Und so wechselt Bowley in seinem detaillierten Bericht auch häufig die Perspektive, um eben diese unterschiedlichen Standpunkte wiederzugeben. Daraus bezieht das Buch seine Spannung. Als Leser versuchst du ständig abzuwägen, welche Version der Beteiligten am plausibelsten ist.</p>
<p><strong>Weniger neutral als er vorgibt</strong></p>
<p>Ein paar Wermutstropfen gibt es trotzdem. Wenn er die Gedankengänge von Opfern des Unglücks beschreibt, frage ich mich, woher er sein Wissen bezieht. In diesen Passagen ist er eher Romancier als Reporter. Ganz so neutral wie er vorgibt, ist Bowley auch nicht. Den Niederländer Wilco van Rooijen etwa hält er für einen ziemlichen Stinkstiefel. Er suggeriert dem Leser: Kein Wunder, dass van Rooijen sich in einer Krisensituation daneben benimmt, wenn er schon während eines Interviews sein Baby schreien lässt, ohne nach ihm zu sehen.<br />
Das ist mir dann doch ein bisschen zu plump und trübt ein wenig den insgesamt positiven Gesamteindruck. Das Buch ist nämlich wirklich gut geschrieben. Bowley versteht es, einen in die Geschichte hineinzuziehen. Und dementsprechend schwer fällt es, das Buch beiseite zu legen.</p>
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		<title>Gelesen: Cliffhänger</title>
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		<pubDate>Wed, 11 May 2011 08:35:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Koeniger]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich gehöre nicht zu den Menschen, die ohne Grund die Mittagspause überziehen. Aber da saß ich nun in der Kantine und konnte mich nicht losreißen. Ich musste unbedingt noch das Kapitel „In München steht ein Sportkaufhaus“ zu Ende lesen. Darin beschreibt Georg Koeniger, wie er sich mit seiner Kletter- und Lebenspartnerin Petra durch das Angebot [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich gehöre nicht zu den Menschen, die ohne Grund die Mittagspause überziehen. Aber da saß ich nun in der Kantine und konnte mich nicht losreißen. Ich musste unbedingt noch das Kapitel „In München steht ein Sportkaufhaus“ zu Ende lesen. Darin beschreibt <a href="http://www.georgkoeniger.de/" target="_blank">Georg Koeniger</a>, wie er sich mit seiner Kletter- und Lebenspartnerin Petra durch das Angebot eines Outdoor-Einkaufstempels kämpft. Um sich den ausgiebigen Einkaufsbummel leisten zu können, habe die beiden zuvor einen Sponsorenabend mit zahlungskräftigen Verwandten veranstaltet. Jetzt kämpfen sie sich durch die Regale voller Funktionswäsche mit „Sweatmanager“und Kompressionskleidung „Techfit“. Georg versucht vergeblich, eine Diskussion mit einer Verkäuferin anzuzetteln, warum der Laden keine Yogahosen für Männer anbietet. Die Expedition ins Sportkaufhaus gipfelt im Erwerb eines Beziehungs-Navis, der Georg über das dünne Eis eines Gesprächs mit seiner reichlich genervten Freundin über seine späte Heimkehr am gestrigen Abend leitet.</p>
<p><img style="margin: 0px 0px 11px 0px" src="/abenteuersport/images/news/9730.1.jpg" alt="" align="center" /><br />
<strong><span id="more-9730"></span>Zum Weglachen</strong></p>
<p>Urkomisch ist das Ganze. Und damit meine ich nicht nur diese Episode, sondern viele weitere in Koenigers „<a href="http://www.piper-verlag.de/piper/buch.php?id=17746&amp;page=buchaz" target="_blank">Cliffhänger &#8211; Kletter-Comedy für Schwindelfreie</a>“. Der kletternde Kabarettist stammt aus dem (fast) bergfreien Münsterland und schreibt mit sehr spitzer Feder und herrlich selbstironisch. Vielleicht bin ich ja als Rheinländer, bekennender „Dilettant in der Wand“ und „Mehrfarbenkletterer“ in der Halle für diese Art Humor besonders empfänglich. Aber ich denke, alle Kletterfreaks, die über sich selbst lachen können (also humorfähig sind), werden an diesem Buch ihre helle Freude haben. Als kleine Kostprobe Georgs Heiratsantrag an Petra: „Ich meine, wie wäre es, wenn wir permanent unsere Seile miteinander verknoten würden? Wenn wir es uns gemeinsam auf der <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Portaledge" target="_blank">Portaledge</a> des Lebens bequem machen würden?“ Darauf sie: „Sag mal, bei dir ist ja wohl ein Bohrhaken locker.“<br />
Ich habe mich an vielen Stellen weggelacht. Auch in besagter verlängerter Mittagspause. Und ich gehöre normalerweise nicht zu den Menschen, die in einer Kantine über einem Buch hängen und plötzlich losprusten.</p>
<p>P.S. Auf dem Einband wird mit dem Hinweis geworben: „Ohne Vorwort von Reinhold Messner.“ Komisch, ich habe es gar nicht vermisst.</p>
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		<title>Gelesen: Eiszeit</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Dec 2010 16:50:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Antarktis]]></category>
		<category><![CDATA[Holtanna]]></category>
		<category><![CDATA[Huberbuam]]></category>
		<category><![CDATA[Ulvetanna]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Verkehr brach zusammen. Nichts ging mehr. Das passiert im Rheinland, wenn innerhalb kurzer Zeit mehr als zehn Zentimeter Schnee fallen. Mich ließ das kalt, hatte ich doch frei, konnte mich im warmen Wohnzimmer mit Blick auf den verschneiten Garten in den gemütlichen Lesesessel fläzen und zu einem Buch greifen. Passend zum Wetter wählte ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Verkehr brach zusammen. Nichts ging mehr. Das passiert im Rheinland, wenn innerhalb kurzer Zeit mehr als zehn Zentimeter Schnee fallen. Mich ließ das kalt, hatte ich doch frei, konnte mich im warmen Wohnzimmer mit Blick auf den verschneiten Garten in den gemütlichen Lesesessel fläzen und zu einem Buch greifen. Passend zum Wetter wählte ich <a href="http://www.verlagshaus.de/titel-00775-eiszeit_0.html" target="_blank">„Eiszeit“</a> von <a href="http://www.huberbuam.de/aktuell/d_index.htm" target="_blank">Alexander und Thomas Huber</a>.</p>
<p><img style="margin: 0px 0px 11px 0px" src="/abenteuersport/images/news/9583.1.jpg" alt="" align="center" /><br />
<strong><span id="more-9583"></span>Drei neue Routen</strong></p>
<p>Ende 2008 waren die beiden deutschen Topkletterer gemeinsam mit dem Schweizer Bergsteiger <a href="http://www.stephan-siegrist.ch/de/home" target="_blank">Stephan Siegrist </a>und dem Kameramann Max Reichel in die Antarktis gezogen, um sich an den beeindruckenden Granitwänden der im ewigen Eis versteckten Berge Ulvetanna (norwegisch für „Wolfszahn“) und Holtanna („Hohlzahn“) zu versuchen. „Wir sind halt immer auf der Suche nach Dingen, die vor uns noch keiner getan hat“, sagte mir Thomas, als ich ihn damals kurz vor der Abreise traf (die Story findet ihr <a href="http://www.dw-world.de/dw/article/0,,3804265,00.html" target="_blank">hier</a>). Ihr Vorhaben, die 750 Meter hohe Holtanna-Westwand komplett frei zu durchklettern, musste das Team wegen der eisigen Kälte von durchschnittlich minus 30 Grad Celsius aufgeben. Dennoch gelang es den vieren, eine extreme Route zu eröffnen, die sie &#8211; kein Wunder – „Eiszeit“ tauften. Anschließend bestiegen sie den Holtanna dann noch erstmals frei, wenn auch über eine etwas leichtere, neue Route („Skywalk“) über den Nordpfeiler. Außerdem gelang ihnen am Ulvetanna eine Erstbegehung auf einem neuen Weg („Sound of Silence“) über den Nordwest-Pfeiler.</p>
<p><img style="margin: 0px 0px 11px 0px" src="/abenteuersport/images/news/9583.2.jpg" alt="" align="center" /><br />
Eiszeit ist Lesezeit</p>
<p><strong>Echt bärig</strong></p>
<p>Bevor ich das Buch über diese Expedition der Extreme las, blätterte ich es erst einmal durch, weil mich die großformatigen Bilder der faszinierenden Eislandschaft mit den herausragenden Granitzähnen sofort fesselten. Eindrucksvoll vermitteln sie die unendliche Weite der Antarktis. Dazu gibt es natürlich viele atemberaubende Fotos aus der Vertikalen der Felswände.<br />
Doch „Eiszeit“ ist mehr als nur ein Bildband. Alex Huber, der nicht nur Kletterer, sondern auch Diplom-Physiker ist, steuert interessante Informationen rund um die Antarktis bei. Sein Bruder Thomas beglückt uns mit einem sehr persönlich gehaltenen Expeditionstagebuch, in dem er ab und zu ins Bayrische abrutscht: „Eine Saukälte hat\&#8217;s. Heid wird\&#8217;s wieder nichts.“ Stefan Siegrist wirkt in seinen Beschreibungen dagegen fast wie der sprichwörtliche neutrale Schweizer. Und Max Reichel weiht uns in die Kunst ein, bei Tiefkühlschrank-Temperaturen Filme zu drehen. Um es kurz, bündig und leicht bayrisch zu formulieren: I find des Buch echt bärig. Wenn ihr also noch ein Last-Minute-Geschenk sucht, …</p>
<p>P.S. Ich kann allerdings nicht ausschließen, dass ich leicht befangen bin. Zum einen, weil ich die Huberbuam nicht nur als Bergsteiger, sondern nach vielen Begegnungen auch menschlich sehr schätze. Zum anderen, weil mich einige Schilderungen an meine eigenen Erlebnisse <a href="http://blogs.dw.de/nordpol" target="_blank">2009 in der Arktis </a>erinnerten.</p>
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		<title>Gelesen: Über alle Berge</title>
		<link>http://blogs.dw.de/abenteuersport/2010/11/18/gelesen-uber-alle-berge-2/</link>
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		<pubDate>Thu, 18 Nov 2010 14:19:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Dauerjodeln]]></category>
		<category><![CDATA[Hermann]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Hügel, der nach einem Bergfresser benannt ist, taugt kaum für eine SMS: Der „Taumatawhakatangihangakoauauotamateaturipukakapikimaunga- horonukupokaiwhenuakitanatahu“ bringt es auf satte 85 Buchstaben. Die Übersetzung sprengt vollends den SMS-Rahmen: „Der Vorsprung des Berges, wo Tamatea, der Mann mit den großen Knien, der rutschte, kletterte und die Berge verschlang und der durch das Land reiste, für seine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Hügel, der nach einem Bergfresser benannt ist, taugt kaum für eine SMS: Der „Taumatawhakatangihangakoauauotamateaturipukakapikimaunga- horonukupokaiwhenuakitanatahu“ bringt es auf satte 85 Buchstaben. Die Übersetzung sprengt vollends den SMS-Rahmen: „Der Vorsprung des Berges, wo Tamatea, der Mann mit den großen Knien, der rutschte, kletterte und die Berge verschlang und der durch das Land reiste, für seine Liebste Flöte spielte.“ Der 305 Meter hohe Hügel in Neuseeland mit dem Lindwurm-Namen gehört zu den vielen Bergkuriositäten, die Sebastian Herrmann in seinem lesenswerten Handbuch <a href="http://www.piper-verlag.de/malik/buch.php?id=16686&amp;page=buchaz" target="_blank">„Über alle Berge“</a> zusammengetragen hat.<span id="more-9538"></span></p>
<p><strong>Schalke und Le Pissoir</strong></p>
<p>Jede Menge interessante Fakten und Geschichten finden sich dort, mit Augenzwinkern und leichter Feder geschrieben. Dass es etwa im Harz einen Berg namens Schalke gibt, wussten selbst die eingefleischten Fans der Königsblauen in meinem Bekanntenkreis nicht.</p>
<p><img style="margin: 0px 0px 11px 0px" src="/abenteuersport/images/news/9538.1.jpg" alt="" align="center" /><br />
Meine Favoriten unter den von Hermann zusammengetragenen Bergen mit außergewöhnlichen Namen sind jedoch der Kackenkopf im Allgäu und Le Pissoir im Mont-Blanc-Massiv. Oder wusstet ihr, dass es die Beagle-Hündin Tschingel mit ihrem Herrchen William Coolidge (1850-1926) in den Alpen auf 53 Hochtouren brachte, meistens auf Viertausender? Sogar elf Erstbesteigungen gingen auf das Konto des Kläffers, der – lese und staune &#8211; zum Ehrenmitglied des altehrwürdigen britischen Alpine Clubs ernannt wurde.</p>
<p><strong>Rekordhalter im Dauerjodeln</strong></p>
<p>Vielleicht hat mir das Büchlein (das gut in jeden Rucksack passt) auch deshalb so gut gefallen, weil der Autor &#8211; wie ich &#8211; kein Extrembergsteiger ist, die Berge aber liebt, dort seine Grenzen gesucht und gefunden hat, manchmal schneller als ihm lieb war. Von diesen persönlichen Erzählungen hätte ich gerne noch mehr gelesen. Doch hat sich Sebastian Herrmann die vielleicht für sein nächstes Buch aufgehoben.<br />
Ach ja, gelernt habe ich auch noch, dass der Österreicher Roland Roßkogler Rekordhalter im Dauerjodeln ist. „Er jodelte vierzehn Stunden und 37 Minuten am Stück – bislang unüberjodelt“, schreibt Herrmann. Das erinnerte mich an Loriots Jodel-Schule: Holleri du dödl di, diri, diri, dudl dö. Zweites Futur bei Sonnenaufgang.</p>
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		<title>Gelesen: Jenseits des Berges</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Sep 2010 13:07:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[House]]></category>
		<category><![CDATA[Nanga Parbat]]></category>
		<category><![CDATA[Piolet d'Or]]></category>

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		<description><![CDATA[Besser als Steve House hätte ich es nicht auf den Punkt bringen können: „Eine große alpinistische Unternehmung hat alles, was zu einer guten Geschichte gehört: ein würdiges Ziel, Einsatzbereitschaft und Hingabe, Krise, Kampf und Entschluss.“ Der 40 Jahre alte US-Amerikaner liefert seit Jahren Stoff für gute Geschichten. Denn Steve House ist einer der besten Bergsteiger [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Besser als Steve House hätte ich es nicht auf den Punkt bringen können: „Eine große alpinistische Unternehmung hat alles, was zu einer guten Geschichte gehört: ein würdiges Ziel, Einsatzbereitschaft und Hingabe, Krise, Kampf und Entschluss.“</p>
<p><img style="margin: 0px 0px 11px 0px" src="/abenteuersport/images/news/9462.1.jpg" alt="" align="center" /></p>
<p>Der 40 Jahre alte US-Amerikaner liefert seit Jahren Stoff für gute Geschichten. Denn <a href="http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,662491,00.html" target="_blank">Steve House </a>ist einer der besten Bergsteiger der Welt. So durchstieg er mit seinem Seilpartner Vince Anderson 2005 die mächtige <a href="http://www.der-nanga-parbat.de/nanga-parbat-rupalwand" target="_blank">Rupalwand</a> am Achttausender Nanga Parbat in Pakistan erstmals im Alpinstil, also ohne Atemmaske, Hochträger und Lagerkette. Völlig zu Recht erhielten die beiden dafür den <a href="http://www.pioletsdor.com/" target="_blank">Piolet d’Or</a>, den Goldenen Eispickel, den „Oscar“ der Profibergsteiger.<span id="more-9462"></span></p>
<p><strong>“Fixseile und Lager sind eine Katastrophe“</strong></p>
<p>Immer wieder taucht der Nanga Parbat in Steves preisgekröntem Buch „Beyond the mountain“ auf, das jetzt in deutscher Übersetzung (<a href="http://www.piper-verlag.de/malik/buch.php?id=16685&amp;page=buchaz" target="_blank">„Jenseits des Berges“</a>) erschienen ist. Schon als 19-Jähriger versuchte sich House als Mitglied einer slowenischen Expedition an dem Achttausender &#8211; vergeblich. Damals schrieb er in sein Tagebuch: „Ich muss so gut werden, dass ich keine Fixseile mehr brauche. Was für eine Katastrophe die Fixseile und die Lager sind!“ House setzte seinen Schwur um, trainierte wie ein Besessener und sorgte bald für Furore.</p>
<p><strong>Erfrischend offen</strong></p>
<p>Steve macht keinen Hehl daraus, dass er die Lobeshymnen auch genossen hat. Mehr noch: „Auf meinem Tiefpunkt habe ich die Leistungen anderer kritisiert, um mich selbst zu erhöhen“, räumt House ein. „Auch diese negativen Dinge gehören zu der Person, die ich heute bin.“ Nicht nur an dieser Stelle wirkt der US-Bergsteiger erfrischend offen. Nichts wird schöngeredet, nichts verklärt. „Ich überwinde meinen Stolz und hänge mich in die nächste alte Eisschraube ein, die ich entdecke“, schreibt House etwa in einer Passage über den Abstieg vom Nanga Parbat.</p>
<p><img style="margin: 0px 0px 11px 0px" src="/abenteuersport/images/news/8994.1.jpg" alt="" align="center" /></p>
<p>An so viel Ehrlichkeit sollten sich manche schreibenden Bergsteiger ein Beispiel nehmen. „Diese Geschichten sind keine Märchen. Es sind die Gedanken und die Taten eines fehlbaren Menschen und seiner sehr menschlichen Partner“, resümiert Steve House am Ende seines Buchs. „Im schmalen Rahmen des Alpinismus streben wir nach Transzendenz und suchen nach dem, was uns auf ebener Erde verborgen bleibt: unser wahres Ich.“ Das Buch von Steve House kann ich euch nur wärmstens ans Herz legen. Und so viel sei verraten: der Epilog gehört zum Besten, was ich seit langem aus der Feder eines Bergsteigers gelesen habe.</p>
<p><strong>Carpe diem</strong></p>
<p>Als treue Leser meines Blogs werdet ihr euch erinnern, dass Steve House Ende März mit sehr viel Glück und einigen schweren Verletzungen einen <a href="http://blogs.dw.de/abenteuersport/1.8994.html" target="_blank">25-Meter-Sturz am Mount Temple </a>in den kanadischen Rockies überlebt hat. Inzwischen klettert er wieder. „Carpe diem <em>(lat. Nutze den Tag)</em> ist nicht länger nur ein Ausruf bei einer Studenten-Party“, schreibt Steve in <a href="http://www.stevehouse.net/Site/Training_Blog/Entries/2010/7/7_Fifteen_Weeks.html" target="_blank">seinem Blog</a>. „Heute, das bedeutet alles.“</p>
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		<item>
		<title>Gelesen: Über alle Berge</title>
		<link>http://blogs.dw.de/abenteuersport/2010/09/14/gelesen-uber-alle-berge/</link>
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		<pubDate>Tue, 14 Sep 2010 18:19:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Berge]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe]]></category>
		<category><![CDATA[Hesse]]></category>
		<category><![CDATA[Twain]]></category>
		<category><![CDATA[Zopfi]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt Bücher, die mag ich einfach schon, bevor ich eine Seite darin gelesen habe. So erging es mir bei „Über alle Berge“, einer kleinen, aber feinen Sammlung von 15 Geschichten über das Wandern. Schon der Leinen-Einband des Büchleins, ein schönes Gemälde einer Berglandschaft, hat es mir angetan. Ich fühlte mich geradezu eingeladen, mich bei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt Bücher, die mag ich einfach schon, bevor ich eine Seite darin gelesen habe. So erging es mir bei <a href="http://www.unionsverlag.com/info/title.asp?title_id=2570" target="_blank">„Über alle Berge“</a>, einer kleinen, aber feinen Sammlung von 15 Geschichten über das Wandern. Schon der Leinen-Einband des Büchleins, ein schönes Gemälde einer Berglandschaft, hat es mir angetan. Ich fühlte mich geradezu eingeladen, mich bei einem Glas Wein in meinen gemütlichen Sessel zu setzen und zu schmökern.<span id="more-9444"></span><br />
Auf der Liste der wandernden Schreiber und schreibenden Wanderer finden sich einige ganz Große der Weltliteratur: Johann Wolfgang von Goethe, Hermann Hesse, Thomas Mann, Carl Zuckmayer, Max Frisch oder auch Mark Twain. Sie alle vereinte die Leidenschaft, sich auf Schusters Rappen zu begeben. „Noch kann ich kaum fassen, dass es ein Dasein ohne Rucksack gibt“, schreibt Frisch. Und Hesse beendet seine Wanderung vom Engadin nach Norditalien und zurück „mit dem drängenden Verlangen, bald wieder zu wandern, so bald und so weit wie möglich“.</p>
<p><img style="margin: 0px 0px 11px 0px" src="/abenteuersport/images/news/9444.1.jpg" alt="" align="center" /><br />
<strong>Bunter Geschichtenstrauß</strong></p>
<p>Es ist schon ein paar Wochen her, dass ich das Büchlein gelesen habe. Einige der Geschichten sind jedoch in meinem Gedächtnis haften geblieben: Etwa die des Schweizers Meinard Inglin über einen Bergsteiger, der sich in einem Schneesturm entscheiden muss, welchen der beiden verletzten Kameraden er rettet und welchen er zum Sterben zurücklässt. Oder die mit feiner Ironie geschriebene Geschichte Mark Twains über eine Besteigung der Rigi oberhalb des Vierwaldstätter Sees, die dreimal so lange dauert wie üblich. Oder auch Ödön von Horvaths kleines Bergmärchen über einen Bergsteiger, der seine Ausrüstung vernachlässigt, woraufhin Kletterschuhe, Rucksack, Pickel und Seil ein Mordkomplott gegen ihren Besitzer schmieden. Einen herrlich bunten Geschichtenstrauß hat der Herausgeber und Autor <a href="http://www.zopfi.ch/" target="_blank">Emil Zopfi </a>(der übrigens wegen seiner Verdienste um die Bergliteratur kürzlich mit dem renommierten <a href="http://www.king-albert.ch/" target="_blank">King Albert Mountain Award </a>geehrte wurde) hier gebunden. Und das kleine Büchlein passt auch wunderbar in jeden Rucksack.</p>
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		<title>Gelesen: Psychovertikal</title>
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		<pubDate>Fri, 14 May 2010 15:34:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Angstometer]]></category>
		<category><![CDATA[Kirkpatrick]]></category>

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		<description><![CDATA[Klappern gehört zum Geschäft. Das gilt auch für Profibergsteiger. Sie wollen wahrgenommen werden. Und so gibt es jede Menge Bergbücher, in denen Kletterer ihre „Heldentaten“ (oder was sie dafür halten) verkaufen und ihr Seelenleben ausbreiten. Unter diesen Werken finden sich nach meinem Geschmack wenige sehr gute, einige gute, viele überflüssige und schlechte. In meinem Blog [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Klappern gehört zum Geschäft. Das gilt auch für Profibergsteiger. Sie wollen wahrgenommen werden. Und so gibt es jede Menge Bergbücher, in denen Kletterer ihre „Heldentaten“ (oder was sie dafür halten) verkaufen und ihr Seelenleben ausbreiten. Unter diesen Werken finden sich nach meinem Geschmack wenige sehr gute, einige gute, viele überflüssige und schlechte. In meinem Blog werde ich von Zeit zu Zeit neue Bergbücher kurz vorstellen. Erwartet keine ausführliche Rezension, ich will euch einfach den einen oder anderen Tipp geben. Die aus meiner Sicht überflüssigen Bücher lasse ich weg, es reicht, wenn ich mich gelangweilt habe.</p>
<p><img style="margin: 0px 0px 11px 0px" src="/abenteuersport/images/news/9045.1.jpg" alt="" align="center" /><br />
<strong><span id="more-9045"></span>Trostlose Kindheit</strong></p>
<p>Gut unterhalten hat mich Andy Kirkpatricks preisgekröntes Buch <a href="http://www.amazon.de/Psychovertikal-Wenn-Klettern-Leben-wird/dp/3909111726/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1273851485&amp;sr=8-1-catcorr" target="_blank">„Psychovertikal“</a>. Der Engländer hat nämlich deutlich mehr zu erzählen als nur Details seiner Kletterrouten. Der 39-Jährige wuchs in einem Armenviertel der Hafenstadt Hull im Osten der Insel auf. Der Vater ließ die Familie im Stich, die Mutter schlug sich mit ihren beiden Kindern durch. Andy entdeckte seine Leidenschaft fürs Klettern, jede Tour wurde zur Flucht aus der trostlosen Realität. Heute zählt Kirkpatrick zu den bekanntesten Bergsteigern Englands.<br />
Das Gerüst seines Buchs bildet der Bericht über die zwölf Tage dauernde Solo-Durchsteigung der schwierigen Route „Reticent Wall“ (Schweigsame Wand) am Granitfelsen El Capitan im Yosemite-Valley in den USA. Seillänge für Seillänge, Kapitel für Kapitel klettern wir mit Kirkpatrick höher und gleichzeitig tiefer in sein Leben hinein. Kirkpatrick schreibt über seine Bergabenteuer, aber auch über den Zwiespalt, einerseits ein liebevoller, verantwortungsbewusster Ehemann und Vater sein zu wollen, andererseits aber immer wieder sein Leben in den Bergen zu riskieren.</p>
<p><strong>Angstometer im Kopf</strong></p>
<p>Dass der Engländer dieses Buch überhaupt selbst geschrieben hat, grenzt schon an ein kleines Wunder. Kirkpatrick ist Legastheniker, kämpft um jedes Wort, das er zu Papier bringt. Nicht umsonst bedankt er sich daher gleich auf den ersten Seiten bei Bill Gates für dessen Textprogramm mit Rechtschreib- und Grammatikprüfung. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen, nein lesen lassen. Etwa wenn Andy über das „Angstometer“ im Kopf schreibt: „Jede schlechte Sicherung lässt den Zeiger in den roten Bereich rutschen. Wenn endlich eine gute Sicherung kommt, federt die Nadel zurück zum Nullpunkt. … Das Problem mit dem Angstometer ist jedoch, dass es eigentlich nichts anderes misst als die Selbsttäuschung.“<br />
Als Seilpartner würde ich mir wahrscheinlich nach dieser Lektüre jemand anderen suchen. Als Kirkpatrick bei einer Tour im Mont-Blanc-Massiv bei einem Wettersturz eine Schneehöhle aushebt und dabei eine Gletscherspalte angräbt, buddelt er das Loch schnell zu. „Ich sagte zu Aaron, dass er auf dieser Seite der Höhe schlafen sollte, verschwieg aber den Grund. Er war ohnehin leichter als ich.“ Eines muss man Kirkpatrick lassen, ehrlich ist er. Wenigstens hinterher.</p>
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