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Abenteuer Sport

mit Stefan Nestler

Tödlicher Absturz

Route führt in der Bildmitte direkt nach oben

Vor drei Wochen saß ich noch unterhalb des Klettersteigs und beobachtete zwei Kletterer, die sich an der „Direttissima“ versuchten, der schwierigsten Route an der Ottenalm, oberhalb von Walchsee in Tirol. Die beiden kamen kaum von der Stelle, schlicht überfordert. Warum bloß waren sie nicht in die mittelschwere Route rechts daneben eingestiegen? Erst im Juni 2011 war die „Kletterarena Kaiserwinkl“ eröffnet worden. Jetzt gab es den ersten Todesfall. An der „Direttissima“.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Blick auf die Ottenalm vom Ausstieg der Route

Ein 17-Jähriger aus Remscheid bei Köln stürzte aus rund 100 Metern ab. Die Retter konnten nur noch den Tod des Jugendlichen feststellen. Der Kletterer war mit einem 32 Jahre alten Bekannten aus Regensburg in die Route eingestiegen. Nach einer Stunde ging dem 17-Jährigen die Kraft aus. Er stürzte drei Meter tief bis zur nächsten Verankerung des Steigs, an der er eigentlich hätte gebremst werden müssen. „Dann ist das Schlauchband, die Verbindung zum Karabiner, gerissen“, sagte Peter Veider, Geschäftsführer der Tiroler Bergrettung. Der Jugendliche hatte die Ausrüstung vor Ort ausgeliehen. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck ermittelt wegen verlässiger Tötung – nicht nur gegen den Verleiher des Klettersteig-Sets, sondern auch gegen den Begleiter des 17-Jährigen.

Kaum Erfahrung

Erst vor wenigen Tagen hatte der Deutsche Alpenverein vor einer alarmierenden Zunahme an Unfällen in Klettersteigen gewarnt und Selbstüberschätzung und Konditionsmangel als häufigste Ursache genannt. An der Ottenalm findet sich ein Schild mit Hinweisen zum Schwierigkeitsgrad der verschiedenen Routen. Die „Direttissima“ wird als „sehr bis extrem schwierig“ bewertet. Nach Angaben der Polizei hatten beide Kletterer jedoch kaum Erfahrung in anspruchsvollen Klettersteigen. Das galt wohl auch für die beiden, die ich vor drei Wochen in derselben Route beobachtet hatte. Offenkundig hatten sie nur einfach bessere Schutzengel – und einwandfreie Ausrüstung.

Nachtrag 17.08.: Als Reaktion auf das Unglück an der Ottenalm hat das Unternehmen Edelrid vorsorglich mehrere Klettersteigsets zurückgerufen. Die Unfallursache ist noch immer nicht eindeutig geklärt.

Datum

7. August 2012 | 17:12

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4 Kommentare

4 Kommentare

  • sehr schöner Artikel.

  • Danke, aber ein sehr trauriges Thema.

  • Excellent post. I was checking continuously this blog and I¡¯m impressed! Extremely helpful info specially the last part I care for such information a lot. I was seeking this certain information for a long time. Thank you and best of luck.

  • Das Prinzip ist doch klar. Lass uns an jeder blöden Wand, Wasserfall usw. einen Klettersteig bauen, je verrückter desto besser, direkt an der Hütte bzw. am Lift. Das verschafft uns viele Gäste und Touris und wir müssen natürlich die Routen schön schwer machen, damit die blöden Touris nen Bergführer nehmen müssen … Zur Gewissensberuhigung wird ein Schild am Einstieg angebracht: schwer!, was wohl eher provoziert als abschreckt. Nur die Touris sind noch viel blöder! Die nehmen sich eben keinen Bergführer und nehmen natürlich die schwierigste Route, weil dass so cool ist. Da wirds wohl noch viel mehr Meldungen dieser Art geben …
    Das muß man sich mal vorstellen: ein 17-jähriger ohne Klettersteigerfahrung macht eine senkrechte Diretissima ohne Tritte, Stifte o.ä. Und das mit geborgtem Set- was wohl Bände über die Erfahrung und Vorbereitung spricht.
    Für mich sind die hiesigen Bergführerbüros bzw. Erbauer dieser Sinnlosrouten für den und sicher noch folgende tödliche Unfällen verantworlich.

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