Auf der ISPO gesehen
Fragt mich bitte nicht, was es an bahnbrechenden Neuigkeiten auf der ISPO gibt. In Erinnerung ist mir eigentlich nur ein Zelt ohne Stangen geblieben, zum Aufblasen (!). Die Sportartikelmesse in München ist viel zu groß, als dass du dir an einem Tag mehr als nur einen groben Überblick verschaffen könntest. Für mich ist die Veranstaltung eher eine Kontaktbörse. ISPO könnte auch stehen für „Internationaler Szenetreff von Profi-Bergsteigern – Offen“. Und nebenbei läuft mir noch der eine oder andere Spitzen-Wintersportler vor das Mikro. Ich habe also Material gesammelt, das ich in nächster Zeit peu á peu hier im Blog und auf unserer Sportseite aufarbeiten werde. Um euch neugierig zu machen, hier ein paar Bilder von der ISPO. Nur mit Ski-Doppelolympiasiegerin Maria Höfl-Riesch konnte ich nicht in Ruhe reden, der (Medien-)Rummel war zu groß. Aber über sie wird ja ohnehin genug geschrieben.
Abstieg im Blindflug
Zeit, einmal wieder zu den Winter-Cracks im Karakorum zu blicken. Der Italiener Simone Moro und der Kasache Denis Urubko haben inzwischen am Nanga Parbat Lager 3 auf 6560 Metern erreicht. Nach einer Nacht dort gruben sie ein Schneeloch und deponierten darin ihr Material. Bei einsetzendem Schneefall stiegen die beiden wieder ab, „praktisch ohne Sicht“, wie Denis in seinem Blog schreibt. Inzwischen sind sie im Basislager angekommen, dem „Paradies“ (Denis), um sich zu erholen.
weiterlesen
Eisfassadenklettern
Klappern gehört zum Geschäft, auch bei Profibergsteigern. Mit spektakulären Bildern oder Filmen bringen sich die Athleten immer wieder in Erinnerung. Ines Papert gehört zu den besten Eiskletterern der Welt. Bevor sie den Sport zum Beruf machte, war sie zweimal Weltmeisterin und dreimal Weltcup-Gesamtsiegerin in dieser Disziplin. Inzwischen hat sich die 37-Jährige auch in der Profiszene einen Namen gemacht: mit schwierigen Routen im gemischten Gelände, also Eis und Fels. In meinem Blog habe ich euch Ines bereits vorgestellt. Nicht vorenthalten will ich euch das Video, das sie beim Eisklettern in Harbin zeigt.
weiterlesen
Gelesen: Kein Pfad führt zurück
Abenteuer in den Bergen müssen nicht zwangsläufig sportlicher Natur, sondern können auch unfreiwilliger Art sein. Etwa wenn Tibeter ihre Kinder auf die Flucht aus dem von China besetzten Land schicken, um ihnen ein Leben in Freiheit zu ermöglichen. Maria Blumencron wollte im Jahr 2000 einen Dokumentarfilm über tibetische Flüchtlingskinder drehen. Durch den Nebel unterhalb des gut 5700 Meter hohen Nangpa La, eines Passes zu Füßen des Achttausenders Cho Oyu, stolperte ihr eine Gruppe erschöpfter Tibeter entgegen, darunter sechs Kinder. Ein Augenblick, der – so Blumencron - ihr Leben verändert habe.
weiterlesen
Quer durch
Und wieder endet eine Einsamkeit. Zwei Tage nachdem die 16 Jahre alte Niederländerin Laura Dekker ihre Solo-Weltumseglung beendet hat, ist auch Felicity Aston am Ziel. Die 33 Jahre alte Abenteurerin aus Kent in England erreichte die Herkules-Bucht am Ronne-Eisschelf und vollendete damit ihre Solo-Durchquerung der Antarktis auf Skiern. Gestartet war Aston am 25. November am Leverett-Gletscher, am 21. Dezember hatte sie den Südpol erreicht. Für die insgesamt 1744 Kilometer lange Strecke brauchte die Britin 59 Tage. „Damit ich gar nicht erst Gefahr laufe, sentimental zu werden, ist aus dem Nichts ein Sturm aufgezogen und rüttelt an meinem Zelt“, twittert Felicity. „Es ist wunderbar, zu wissen, dass ich heute nicht aus meinem Schlafsack springen und dem Horizont entgegen stürmen muss.“ Aston wartet jetzt auf ein Flugzeug, mit dem sie in die Zivilisation zurückkehren kann.
weiterlesen
Laura am Segel-Ziel
Nach 519 Tagen auf hoher See hat Laura Dekker ihre Solo-Weltumseglung vollendet. Die Niederländerin erreichte mit ihrem Zweimaster „Guppy“ den Hafen von Sint Maarten in der Karibik. „Sie sieht unglaublich frisch und fröhlich aus“, versuchte ein Sprecher Dekkers gleich allen Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Laura ist nämlich gerade einmal 16 Jahre alt. Mit 14 war sie im August 2010 zu ihrem Törn über 27.000 Seemeilen aufgebrochen. Unverantwortlich fand ich das damals – und finde ich es heute immer noch.
weiterlesen
“Prinz Mutig”
Will Hochwohlgeboren wirklich hoch hinaus? „Prinz Harry will den Mount Everest erklimmen“, titelte ein deutscher Privatfernsehsender vollmundig auf seiner Internetseite. Das riecht nach Ente. Die Geschichte geht zurück auf ein Interview, das Mollie Hughes – nicht jetzt, sondern schon zur Jahreswende – einem Reporter des Daily Telegraph gab. Die 21-Jährige Bergsteigerin will sich im Frühjahr den Titel „Jüngste Britin auf dem Gipfel des Everest“ holen. Sie erwähnte beiläufig und natürlich ganz ohne Hintergedanken, dass Prinz Harry wohl zu einem anderen britischen Team stoßen werde, das ebenfalls versuche, den höchsten Berg der Erde zu besteigen. Mollies nächste Sätze über Harry ignorierten die meisten Medien: „Er wird aber sicher nicht ganz aufsteigen, weil es zu lange dauert und ein hartes Training erfordert. Ich denke, er kommt nur ins Basislager.“
weiterlesen
Mario Merelli tot
Die internationale Bergsteigerszene trauert um einen weiteren Spitzenalpinisten. Der Italiener Mario Merelli verunglückte gestern tödlich am 3038 Meter hohen Pizzo Redorta nahe der norditalienischen Stadt Bergamo. Merelli wurde von einem herabfallenden Stein getroffen, verlor das Gleichgewicht und stürzte 300 Meter tief ab. Der 49-Jährige konnte nur noch tot geborgen werden. Mario Merelli hatte an zahlreichen Expeditionen im Himalaya und Karakorum teilgenommen. Neun Achttausender hatte er seit 2001 bestiegen, den Mount Everest gleich zweimal – dazu ebenfalls zweimal den 8008 Meter hohen „Zentralgipfel“ der Shishapangma, der fünf Meter niedriger als der Hauptgipfel dieses Achttausenders ist.
Vor 100 Jahren: Scott am Südpol
Robert Falcon Scott ergeht es wie einem Radsprinter: Der Zweite ist der erste Verlierer. Als er am 18. Januar 1912, also heute vor genau 100 Jahren, am Südpol eintrifft, weiß er bereits seit zwei Tagen, dass er den Wettlauf gegen den Norweger Roald Amundsen verloren hat. „Das Furchtbare ist eingetreten, das Schlimmste, was uns widerfahren konnte“, vertraut Scott seinem Tagebuch an. „Die Norweger sind uns zuvor gekommen. Amundsen ist der Erste am Pol!“ Ein verlassener Lagerplatz nahe dem Südpol, eine norwegische Fahne, die im Wind flattert, sowie Hundespuren sind die untrüglichen Zeichen für Scott, dass er zu spät gekommen ist.
weiterlesen
Schamane auf Reisen
Naturvölker haben einen Sinn für Poesie. Das Wort Internet existiert in der Sprache der Inuit nicht. Die Bewohner der Arktis sprechen von „Ikiaqqijjuti“, wörtlich übersetzt: Ein Schamane reist durch eine andere Dimension der physischen Welt. Eine wunderbare Umschreibung des Virtuellen. Ich lasse den Schamanen wieder ins Karakorum reisen, zu den Bergsteigern, die sich im Winter an den Achttausendern Pakistans versuchen.
weiterlesen
Extrem-Trekking mit Botschaft
Wenn, ja wenn! Wenn ich keine Familie hätte, keinen Job, keine anderen Verpflichtungen, trotzdem genug Zeit und Geld, dann würde ich mich jetzt vielleicht auf den Weg nach Nepal machen – um Apa Sherpa zu begleiten. Der kleine, große Mann, mit 21 Aufstiegen zum Gipfel Rekordhalter am Mount Everest, hat seine Bergsteigerkarriere 2011 beendet, sich damit aber noch längst nicht in den Ruhestand verabschiedet. Am 15. Januar, also am kommenden Sonntag, startet der 52-Jährige zum Trekking auf dem „Great Himalaya Trail“, 1700 Kilometer vom Osten in den Westen Nepals, im Schatten der acht Achttausender, die das Land zu bieten hat. 120 Tage hat Apa Sherpa für die Strecke veranschlagt. Er will keinen Geschwindigkeitsrekord aufstellen, sondern auf die Folgen des Klimawandels für den Himalaya aufmerksam machen.
weiterlesen
Klimawandel am Nanga Parbat
Die Alpen versinken im Schneechaos, das Rheinland nicht. Hier herrschen derzeit Temperaturen wie im Herbst und auch sonst fühlt es sich eher wie November an: nass, windig, dunkel. Von Winter (noch) keine Spur. Im Karakorum sieht das natürlich anders aus. Minus 21 Grad zeigt das Thermometer im Basislager von Simone Moro und Denis Urubko. Der Italiener und der Ukrainer wollen den Nanga Parbat erstmals im Winter besteigen. Doch die beiden sind nicht allein am “Nackten Berg”. Eine polnische Expedition hat sich dasselbe Ziel gesteckt. Mit 8125 Metern ist der Nanga Parbat die Nummer neun unter den Bergen, doch je nach Betrachtungsweise kann er auch als der höchste gelten.
weiterlesen
Fußball auf dem Everest
Und wieder muss der Mount Everest herhalten. 2008 sperrte China wochenlang den Berg, um von der tibetischen Seite aus die olympische Fackel auf den 8850 Meter hohen Gipfel zu bringen. Ziel der Übung: Werbung – oder sollte ich sagen Propaganda? – für die Spiele in Peking. In diesem Frühjahr nun soll auf dem Everest Fußball gespielt werden – als Appetitmacher für die Europameisterschaft 2012 in der Ukraine und Polen. Der Gipfel taugt nicht für ein Match, doch kurz darunter haben Bergsteiger aus der Ukraine ein mögliches kleines Spielfeld ausgemacht.
weiterlesen
Schöne Lawine, sagt Simone
Christian Wulff ist schuld. Daran, dass ich heute ein Schlafdefizit habe. Die mäßig unterhaltsame „Das war ein schwerer Fehler“-Show des Bundespräsidenten sorgte dafür, dass der Nanga-Parbat-Film von Joseph Vilsmaier in der ARD-Programmlawine immer weiter nach hinten rutschte und schließlich erst zu nachtschlafener Zeit zum Stillstand kam. Nicht, dass mich der Vilsmaier-Spielfilm über das Messnersche Brüderdrama von 1970 mehr vom Fernsehsessel gehauen hätte als das Wulffsgeheul. Aber immerhin entführte er mich zum „Nackten Berg“ in Pakistan und animierte mich, heute früh doch einmal nachzusehen, ob es Neuigkeiten von den Winterexpeditionen im Karakorum gibt.
weiterlesen






















Feedback