Missgeglückt
Haken drunter, in die Hände spucken, weiter? Das mag bei anderen Projekten funktionieren, nicht aber bei einer Expedition. Monatelang bereitest du dich geistig und körperlich darauf vor. Und wenn es dann endlich losgeht, prasseln in fünf Wochen Eindrücke auf dich ein und du machst Erfahrungen wie sonst vielleicht in fünf Jahren – wenn überhaupt. Kein Wunder also, dass eine Expedition im Kopf nachklingt. Meiner spuckt dann schon einmal zum gipfellosen Gipfeltag am Putha Hiunchuli mit all seinen Widersprüchen ein Gedicht wie das folgende aus. Reimlos, denn schon Georg Christoph Lichtenberg, scharfzüngiger Schriftsteller des 18. Jahrhunderts und erster deutscher Professor für Experimentalphysik, wusste: „Die Leute, die den Reim für das Wichtigste in der Poesie halten, betrachten die Verse wie Ochsenkäufer von hinten.“ In diesem Sinne:
4 Kommentare








Blick vom Kala Pattar auf die Everest-Südwestwand
Heidrun | 18. November 2011 | 13:33
Nur ein paar Zeilen und doch sagen sie endlos viel aus.Danke für dieses/Dein Gedicht.Das schönste Wort : MISSGEGLÜCKT !!
Lieben Gruß Heidrun
Torsten Müller | 19. November 2011 | 9:08
ein Nichterreichen gibt es nicht
wenn es aus dem Herzen spricht,
sei froh und dankbar für jede Stund
denn wichtig ist man bleibt gesund.
Alles was man nicht erreicht
ist eine wunderbare Fügung des Schicksals
eine Vermehrung von Einsichten, Ansichten und Aussichten.
Ziele ?
” der Weg ist das Ziel” !
sportinsider | 29. November 2011 | 19:03
Du bist wieder lebend nach unten gekommen. Natürlich zählt eigentlich der Aufstieg auf den Gipfel. Doch so wäre uns Dein Gedicht sicherlich nicht zu Gesicht gekommen. Jede Medaille hat zwei Seiten. Reinhold Messner hat oft Expeditionen abbrechen müssen. Sie waren immer wieder intensive erfahrungen für ihn. Also Kopf hoch, weiter mit Power gebloggt und auf die nächste Expedition von Dir bin ich bereits gespannt. In dem Sinne viel mentale Kraft, Klarheit in den Gedanken, Mut zu neuen Aufstiegen, Sammeln und verarbeiten der Eindrücke, weiter an Plänen konzentriert arbeiten, loslassen etwaiger Restzweifel und ehrliche Menschen um Dich herum.
Stefan | 30. November 2011 | 21:36
Vielen Dank für Eure netten Worte. Ihr seid soooo lieb zu mir