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Abenteuer Sport

mit Stefan Nestler

Schwarze Liste

Wieder einer. Langsam wird es mir unheimlich. Der Niederländer Ronald Naar ist die Nummer sechs in der Liste der Bergsteiger, die ich 2004 auf meiner Trekkingreise zum Basislager des K 2 in Pakistan kennenlernte und die inzwischen nicht mehr unter den Lebenden weilen. Naar starb nach einem abgebrochenen Gipfelversuch am Achttausender Cho Oyu. Der 56-Jährige kollabierte kurz nachdem er seinen Gefährten gesagt hatte, er fühle sich nicht wohl.


Ronald Naar, 1955-2011

Datum

28. Mai 2011 | 19:24

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Schweizer Uhrwerk mit Hirn

Ueli Steck kann auch umkehren. Fast wie ein Schweizer Uhrwerk hatte der für seine Schnelligkeit am Berg bekannte Topkletterer zuletzt die Achttausender abgehakt. Zunächst durchstieg er am 17. April in zehneinhalb Stunden die Shishapangma-Südwand – und das im Alleingang. Knapp drei Wochen später, am 5. Mai, stand Ueli gemeinsam mit dem US-Amerikaner Don Bowie auf dem 8188 Meter hohen Gipfel des Cho Oyu. „Das war mein zweiter Gipfel über 8000 Meter innerhalb von 18 Tagen. Ich habe schon beim Losgehen gemerkt, dass ich nicht mehr ganz so frisch war wie am Shishapangma. Trotzdem bin ich guter Dinge“, schrieb der 34-Jährige anschließend auf seiner Homepage. „Es war ein schöner Berg.“


Ueli am Cho Oyu

Datum

23. Mai 2011 | 11:08

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Putha Hiunchuli

Unsere Lehrer hatten unrecht. „Es gibt keine dummen Fragen“, war einer ihrer beliebtesten Sprüche. Das war allerdings vor Einführung des Privatfernsehens. Dort gibt es ja kaum eine Sendung, bei der die Zuschauer nicht dazu animiert werden, anzurufen und selbstverständlich ein nagelneues Auto der gehobenen Preisklasse zu gewinnen. Dafür müssen sie Fragen auf Nobelpreis-Niveau beantworten. Vorgestern etwa lief das stinklangweilige Europa-League-Finale zwischen Porto und Braga. Ich musste nicht lange auf das unvermeidliche Gewinnspiel warten. Als die Frage „Wer ist in diesem Jahr portugiesischer Meister geworden?“ eingeblendet wurde, war ich ein paar Sekunden lang verblüfft. Ein Rätsel für echte Fußball-Experten? Doch dann flimmerten die beiden Lösungsvorschläge über den Bildschirm: „A) FC Porto oder B) SC Versandkostenfrei?“ Diese Frage ist wirklich so dumm, dass sie schon fast wieder genial ist. Ich war versucht, für den SC Versandkostenfrei anzurufen.


Der Siebentausender Putha Hiunchuli

Datum

20. Mai 2011 | 17:36

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Traverse mit Atemmaske und Fixseil

Viele haben sich daran versucht, er hat es nach eigenen Angaben nun geschafft: Dem amerikanischen Bergführer Michael Horst gelang offenbar die erste Everest-Lhotse-Traverse. Nach der Schummelei von Christian Stangl am K 2 im letzten Jahr bin ich vorsichtig geworden, wenn es noch keine Bestätigung von unabhängiger Seite gibt.
Der kommerzielle Veranstalter Alpine Ascents, gab bekannt, Horst habe am 14. Mai um 9.30 Uhr Ortszeit zusammen mit seinem Kunden Rob Hart den 8850 Meter hohen Gipfel des Mount Everest bestiegen, sei dann zum Südsattel ab- und nach einer Pause dort zum Lhotse aufgestiegen. Den 8516 Meter hohen Gipfel habe er am 15. Mai um 5.50 Uhr erreicht. Damit hätte Horst also für die Traverse zwischen den höchsten Punkten des Everest und Lhotse 20 Stunden und 20 Minuten benötigt.


Rob und Michael (r.) stoßen im Basislager auf ihren Erfolg an

Der Bergsteiger benutzte nach Angaben von Alpine Ascents Flaschen-Sauerstoff. Der Veranstalter verschweigt auch nicht, dass zwei Sherpas, während Horst und Hart den Everest bestiegen, an der Lhotse-Aufstiegsroute gut 500 Meter Fixseile gelegt hätten.

Datum

18. Mai 2011 | 8:53

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Apa auf dem Everest, die 21.

Eigentlich könnte ich eine Blanko-Meldung schreiben, die ich Jahr für Jahr in den Blog setze: „Apa Sherpa hat seinen Rekord am Mount Everest auf xx Besteigungen ausgebaut.“ Seit 1990 hat der ungefähr 51-Jährige sympathische Nepalese (so genau lässt sich sein Geburtsdatum nicht rekonstruieren) fast in jedem Jahr den höchsten Punkt der Erde auf 8850 Metern erreicht. Insofern hielt sich heute morgen meine Überraschung in Grenzen, als ich die Email von Ang Tshering Sherpa, Chef des Unternehmens Asian Trekking, las: „Apa Sherpa, der bergsteigerische Leiter der Eco Everest Expedition 2011 hat zum 21. Mal den Gipfel des Mount Everest erreicht – ein neuer Weltrekord, verbunden mit der Botschaft ‚Stoppt den Klimawandel’.“


Apa Sherpa 2010 auf dem Gipfel des Everest

Datum

11. Mai 2011 | 14:14

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Gelesen: Cliffhänger

Ich gehöre nicht zu den Menschen, die ohne Grund die Mittagspause überziehen. Aber da saß ich nun in der Kantine und konnte mich nicht losreißen. Ich musste unbedingt noch das Kapitel „In München steht ein Sportkaufhaus“ zu Ende lesen. Darin beschreibt Georg Koeniger, wie er sich mit seiner Kletter- und Lebenspartnerin Petra durch das Angebot eines Outdoor-Einkaufstempels kämpft. Um sich den ausgiebigen Einkaufsbummel leisten zu können, habe die beiden zuvor einen Sponsorenabend mit zahlungskräftigen Verwandten veranstaltet. Jetzt kämpfen sie sich durch die Regale voller Funktionswäsche mit „Sweatmanager“und Kompressionskleidung „Techfit“. Georg versucht vergeblich, eine Diskussion mit einer Verkäuferin anzuzetteln, warum der Laden keine Yogahosen für Männer anbietet. Die Expedition ins Sportkaufhaus gipfelt im Erwerb eines Beziehungs-Navis, der Georg über das dünne Eis eines Gesprächs mit seiner reichlich genervten Freundin über seine späte Heimkehr am gestrigen Abend leitet.


Datum

11. Mai 2011 | 8:35

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Ex-Außenminister Nepals stirbt am Everest

Der frühere nepalesische Außenminister Shailendra Kumar Upadhyay ist beim Abstieg von Lager eins zum Basislager auf der Südseite des Mount Everest ums Leben gekommen sei. Der Ex-Politiker sei auf 5800 Metern zusammengebrochen, wahrscheinlich in Folge von Höhenkrankheit, berichten nepalesische Medien. Der 82-Jährige wollte als ältester Everest-Besteiger in die Geschichte eingehen. Den Seniorenrekord hält derzeit der Nepalese Min Bahadur Sherchan, der 2008 mit 76 Jahren den Mount Everest.

Datum

10. Mai 2011 | 11:10

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Vor 15 Jahren: Everest-Tragödie mit Ansage

Unbestritten war es eine Tragödie, aber eine Katastrophe? Nein, dazu bedarf es anderer Ausmaße als das, was sich heute vor 15 Jahren am Mount Everest zugetragen hat. 27 Bergsteiger erreichen am 10. Mai 1996 den Gipfel des höchsten Bergs der Erde. Am nächsten Morgen sind acht Menschen tot – erfroren, an Erschöpfung gestorben oder abgestürzt.
Es war eine Verkettung von fatalen Umständen und schweren Fehlern, die zu dem Unglück führten. Unter den zahlenden Kunden der kommerziellen Expeditionen waren einige, die bei weitem nicht über die nötige Erfahrung am Berg verfügten, um am Mount Everest eine heikle Situation zu überstehen. Es gab Staus an den Schlüsselstellen. Bergsteiger und -führer ignorierten vereinbarte Umkehrzeiten. Dann schlug das Wetter um. Wäre der russische Bergführer Anatoli Boukreev nicht noch einmal vom Südsattel aus aufgebrochen, um völlig erschöpfte und orientierungslose Bergsteiger zum Lager zu lotsen, wären noch mehr Tote zu beklagen gewesen.


Beck Weathers, schwer gezeichnet, aber lebendig

Datum

10. Mai 2011 | 5:40

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Wie heißt der Berg?

Kennt ihr dieses Gefühl beim Joggen? Kaum losgelaufen, weiß ich, dass heute nicht mein Sporttag ist. Habe ich in den Schuhen die Einlagen für meine O-Beine vergessen? Nein, daran liegt es nicht. Aber im Nu ist mir klar: Aller Voraussicht nach werde ich abk….., sprich den Verdauungsweg alles nicht Verwertbaren gehen. Die Beinmuskeln kribbeln, die Pumpe rast. Ich frage mich, wann das Knie streikt oder die Wade krampft. Irgendwie mogele ich mich dann doch noch über die Strecke und kehre mit hängender Zunge zurück. Das ging gerade noch einmal gut. Aber die Botschaft ist klar: Ich muss das Pensum steigern.


Strecke geschafft, Läufer geschafft

Datum

7. Mai 2011 | 17:09

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Loretan und Steck

Freud’ und Leid’ liegen in der Extrembergsteiger-Szene eng beieinander. Die Schweizer durchlebten zuletzt ein Wechselbad der Gefühle. Der derzeit wohl beste Bergsteiger der Alpenrepublik, Ueli Steck, sorgte mit einer Speed-Solobesteigung der Shishapangma-Südwand für Furore und bestieg jetzt auch noch den Cho Oyu. Mit dem Schweizer Erhard Loretan starb einer der ganz großen Bergsteiger des ausgehenden 20. Jahrhunderts.


Erhard Loretan, 1959-2011

Datum

6. Mai 2011 | 9:38

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