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Abenteuer Sport

mit Stefan Nestler

Zurück im G II-Basislager

Das war noch ein richtig hartes Stück Arbeit. Zwei Tage brauchten der Italiener Simone Moro, der Kasache Denis Urubko und der Kanadier Cory Richards, um vom Gipfel des Gasherbrum II zurückzukehren. Nun haben sie es geschafft. „Wir sind im Basislager. Einfach glücklich, lebendig und wohlauf“, schreibt Denis in einer SMS per Satellitentelefon.

Stürmischer Abstieg

Das Trio hatte ein kurzes Wetterfenster genutzt, um in einem schnellen Vorstoß die erste Winterbesteigung eines Achttausenders in Pakistan zu vollenden. Am Mittwoch um 11.28 Uhr Ortszeit standen sie auf dem höchsten Punkt, 8034 Meter hoch. Kurz darauf verschlechterte sich das Wetter. Den ursprünglichen Plan, nach einer Nacht in Lager drei auf 6900 Metern am Donnerstag direkt ins Basislager abzusteigen, mussten Simone, Denis und Cory aufgeben.


Da war das Wetter am Gasherbrum II noch gut

„Ein extrem starker Sturm machte den Abstieg sehr schwer. Wir haben keine Kraft mehr, um weiter hinunterzugehen und werden die Nacht hier verbringen“, schrieb Denis aus Lager eins auf 5900 Metern an seine Frau. Die Sicherheit hatte für die Bergsteiger Vorrang. „Das Schlimmste ist nun vorbei“, berichtete Simone. „Aber wir müssen aufgrund der Gletscherspalten weiterhin vorsichtig absteigen.“ Fast 200 Fähnchen hatten sie im Aufstieg ins Eis gesteckt, um die Route auch bei Sturm wiederzufinden. Eine weise Entscheidung.

Geschichte geschrieben

Jetzt haben sie ihr Abenteuer überstanden und können sich von den Strapazen erholen. Nach der Shishapangma 2005 und dem Makalu 2009 gelang Simone nun zum dritten Mal die Erstbesteigung eines Achttausenders im Winter – zum zweiten Mal gemeinsam mit Denis.


Denis im Zelt – eine gemütliche Nacht sieht anders aus

Cory darf sich gleich doppelt freuen. Er hat es mit den beiden nicht nur auf den Gasherbrum II geschafft, sondern kann auch seine Visitenkarte ergänzen: „Erster Nordamerikaner, der im Winter einen Achttausender bestieg“.

Datum

4. Februar 2011 | 15:04

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