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Abenteuer Sport

mit Stefan Nestler

Steve House, im Herzen ein Purist

„Du kraulst wie ein alter Kahn“, pflegte einst mein Sportlehrer zu mir zu sagen, wenn er mich schwimmen sah. Ähnlich verhält es sich mit meinem Englisch. Genug, um nicht unterzugehen, zu wenig, um zu glänzen. Dennoch, also auf die Gefahr hin, mich als Grammatikmuffel und Vokabelwinzling zu offenbaren, stelle ich euch unten mein Interview mit Steve House ohne Übersetzung bereit. In diesem Fall, glaube ich, ist es wirklich ein Mehrwert, den Spitzenbergsteiger aus den USA im Original zu hören, weil er bei unserem „Wander-Gespräch“ beim International Mountain Summit in Brixen extrem offen war.


Steve House, für Reinhold Messner der derzeit „weltbeste Extrembergsteiger“

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29. November 2010 | 17:27

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Rustikal, aber ehrlich

Die Wahrheit liegt in den Bergen – zuweilen begraben, manchmal aber auch offen zutage. Ein Beispiel dafür hat Blogleser Sven dokumentiert. Er ist gerade von einer dreiwöchigen Reise ins Solu Khumbu, das Gebiet um den Mount Everest in Nepal, zurückgekehrt. Nachdem er den Cho La, den 5420 Meter hohen Pass zwischen dem Gokyo- und dem Khumbu-Tal überquert hatte, nächtigte er in einer, so Sven wörtlich, „sehr rustikalen“ Lodge. Wer schon einmal in dieser Gegend unterwegs war, ahnt, was sich dahinter verbirgt: Mit „Komfort-Trekking“ dürfte das in etwa so viel gemein gehabt haben wie ein Matratzenlager mit einem Fünf-Sterne-Hotel. Immerhin aber waren die Besitzer – wie unten zu sehen – ehrlich und haben nicht mit Klebeband gespart, um der Wahrheit zu ihrem Recht zu verhelfen.

P.S. Ich habe hier immer noch vier Gerlinde-Kaltenbrunner-Bücher für euch liegen. Schickt mir weitere lustige Bergfotos!

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26. November 2010 | 10:27

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Im Himalaya des Rheinlands

Holländer sind Europas Bergnomaden der Gegenwart. Jedenfalls habe ich immer diesen Eindruck, wenn ich – egal eigentlich zu welcher Jahreszeit – mit dem Auto in die Alpen fahre.


Hochsauerland mit Puderzucker

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25. November 2010 | 16:07

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Mitmachen!

Weihnachten beginnt schon im Oktober. Spätestens dann tauchen in den Auslagen der Supermärkte erstmals Vanillekipferl, Marzipankartoffeln und andere Diätspeisen auf. Auch ich will da nicht nachstehen. Bei mir ist schon jetzt, gut einen Monat vor dem Heiligen Abend, Bescherung angesagt. Der Verlag Piper Malik hat mir, weil ich für die aktuelle Auflage das unten stehende Foto zur Verfügung stellte, …


Ralf und Gerlinde bringen Hiro 2005 zurück ins Everest-Basislager

… fünf Exemplare des Gerlinde-Kaltenbrunner-Buchs „Ganz bei mir“ überlassen, die ich jetzt unters Blogvolk bringen will. Einfach so? Nicht ganz. „Vun nix kütt nix“ (Von nichts kommt nichts), sagt der Kölner. Schickt mir doch einfach per Mail (Adresse findet ihr in der Leiste rechts) ein von euch geschossenes lustiges Bergfoto. Die ersten fünf Einsender, die mich zum Lachen bringen, haben ein Buch sicher. Die lustigsten Bilder werde ich dann, euer Einverständnis vorausgesetzt, auch an dieser Stelle präsentieren, selbstverständlich mit Copyright-Vermerk. Denn schon der gute, alte Immanuel Kant wusste: „Das Lachen ist der Lebenskraft zuträglich, denn es fördert die Verdauung.“ Im Gegensatz zu Vanillekipferl, Marzipankartoffeln und anderen Diätspeisen.

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20. November 2010 | 19:07

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Gelesen: Über alle Berge

Der Hügel, der nach einem Bergfresser benannt ist, taugt kaum für eine SMS: Der „Taumatawhakatangihangakoauauotamateaturipukakapikimaunga- horonukupokaiwhenuakitanatahu“ bringt es auf satte 85 Buchstaben. Die Übersetzung sprengt vollends den SMS-Rahmen: „Der Vorsprung des Berges, wo Tamatea, der Mann mit den großen Knien, der rutschte, kletterte und die Berge verschlang und der durch das Land reiste, für seine Liebste Flöte spielte.“ Der 305 Meter hohe Hügel in Neuseeland mit dem Lindwurm-Namen gehört zu den vielen Bergkuriositäten, die Sebastian Herrmann in seinem lesenswerten Handbuch „Über alle Berge“ zusammengetragen hat.

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18. November 2010 | 14:19

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(Fast wie) Vettel

Warum ich hier über Sebastian Vettel schreibe? Weil ganz Deutschland über ihn redet und ich nicht so tun kann, als wäre der Sonntag für den deutschen Sport ein Tag wie jeder andere gewesen. Wobei ich eigentlich permanent mit mir kämpfe, ob ich die Formel 1 wirklich als Sport werten soll. Denn Letztgenannter setzt doch eigentlich Chancengleichheit voraus, und die ist in der Königsklasse des Automobil“sports“ ja nun nicht gerade gegeben. Oder um es in die Sprache der Alpinisten zu übersetzen: Der beste Bergsteiger wäre dann jener, der den schnellsten Lift baut, um den Gipfel zu erreichen.


Abgasmärchen aus 1001 Nacht

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15. November 2010 | 8:46

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Lampenfieber und Adrenalinkick

Einen Preis als „Vater des Jahres“ wird Denis Urubko mit dieser Aussage wohl kaum gewinnen: Er sei sich zwar der Verantwortung für seine drei Kinder bewusst, aber „sie wachsen so oder so auf, mit oder ohne meine Hilfe“.
Natürlich, so der Kasache, wäre er lieber stets da, um sie zu unterstützen. „Aber es ist mein Leben, in dem ich mein Bestes geben muss, nicht nur für die Kinder, auch für mich selbst. Vielleicht klingt das egoistisch, und andere verstehen es nicht. Aber das ist nun einmal meine Meinung.“


Denis Urubko

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11. November 2010 | 13:18

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Der Bergsteiger mit dem großen Herz

Die Menschlichkeit endet in der Todeszone, behaupten viele Höhenbergsteiger. Rettungsaktionen seien dort unmöglich. „Das ist doch Unsinn“, sagt Simone Moro. „Du bist auf 8000 Metern der gleiche Mensch wie zu Hause. Wenn du daheim jemand hilfst, hilfst du ihm auch am Gipfel des Mount Everest, K 2 oder Lhotse.“


Simone Moro

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9. November 2010 | 16:03

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Weltmeister Momo

Mit 15 Jahren Weltmeister, wer kann das von sich behaupten? Maurice Wiese aus Frankfurt am Main darf sich seit gestern abend „erster Slackline-Weltmeister der Geschichte“ nennen. Wie viel der Titel aus sportlicher Sicht wert ist, mag dahingestellt bleiben. Doch „Momo“, wie Maurice von allen anderen Slacklinern gerufen wird, vergoss Freudentränen.


Die besten Slackliner: Andy Lewis, Maurice Wiese, Bernd Hassmann (v.l.)

Bei zwei Vorausscheidungen in München und Friedrichshafen waren aus 16 Bewerbern die besten acht ausgesiebt worden. Und die maßen sich nun beim Slackline-Worldcup im Rahmen des International Mountain Summit in Brixen.

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6. November 2010 | 6:26

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Ein Sturz, der vieles änderte

Selten habe ich so viele verblüffte Menschen auf einem Fleck erlebt. Der Vortragssaal im Brixener Forum war gestern abend bis auf den letzten Platz gefüllt, als Steve House die Bühne betrat. Reinhold Messner adelte House einmal mit dem Lob, er sei der „derzeit beste Höhenbergsteiger der Welt“. 2005 hatte der US-Amerikaner mit seinem Landsmann Vince Anderson die Rupalwand am Achttausender Nanga Parbat, die mächtigste Fels- und Eiswand der Welt, erstmals im Alpinstil durchstiegen, also ohne Atemmaske, Fixseile und Hochlager.

Ein Mensch ist mehr als nur ein Bergsteiger

Die Besucher seines Vortrags beim International Mountain Summit erwarteten spektakuläre Bilder und Erzählungen von dieser und anderen extremen Expeditionen zu den höchsten Bergen der Welt.


Steve House, locker, aber alles andere als oberflächlich

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5. November 2010 | 18:51

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Walk and talk

Kaum waren wir losgegangen, lag auch schon der erste flach, ausgerutscht auf einer zugefrorenen Pfütze. Der italienische Extrembergsteiger Simone Moro eilte dem Unglücksraben, der sich dabei das Knie verdreht hatte, schnell zu Hilfe. Typisch Moro. „Wenn du zu Hause jemand hilfst, machst du das auch auf 8000 Metern“, erzählt mir der 43-Jährige etwas später beim Aufstieg zur 2545 Meter hohen Großen Pfannspitze, einem Wandergipfel mitten im Brixener Skigebiet.



Moro (2.v.r.) hilft, Urubko (l.) weiß den Gestürzten in guten Händen

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4. November 2010 | 17:56

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Seven Summits

Ralf Dujmovits hat gemeinsam mit seiner Frau Gerlinde Kaltenbrunner und allen Mitgliedern der von ihm geleiteten Expedition den 4884 Meter hohen Gipfel der Carstensz Pyramide in Indonesien erreicht, des höchsten Bergs von Ozeanien. Glückwunsch!


Gerlinde und Ralf

Damit hat Ralf nun die “Seven Summits” komplett, die höchsten Gipfel aller Kontinente. Einige davon bestieg er mehrfach wie den Denali in Alaska, auch bekannt als Mount McKinley, oder den Aconcagua in Argentinien. Apropos Gipfel, ich fahre morgen zum International Mountain Summit nach Brixen in Südtirol, einem großen Treffen von Bergsteigern aus aller Welt. Von dort werde ich mich melden.

Datum

2. November 2010 | 21:11

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Handy-Schatzi

„Schatzi, ich bin gleich zu Hause!” Wie oft werde ich in Bus oder Bahn Ohrenzeuge dieser per Handy ausgetauschten Belanglosigkeit – die eigentlich nur dann von Belang ist, wenn Schatzi noch schnell den Liebhaber aus der Wohnung werfen muss.


Telefonieren im Everest-Gebiet früher (2002)…

Nicht nur Deutschland ist Handyland. In vielen Entwicklungsländern wird der kostspielige und aufwändige Schritt Festnetz einfach übersprungen und fast ausschließlich mobil telefoniert. Nepal macht in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Obwohl nicht einmal jeder dritte Nepalese Zugang zum Telefonnetz hat, gehören Handys auf den Straßen der Hauptstadt Kathmandu längst zum alltäglichen Bild. Und auch am höchsten Berg der Welt wird man nun nicht mehr vor dem nervtötenden Geklingel sicher sein.

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1. November 2010 | 16:23

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